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Erkelenz: Schimmelpilze in Heimen

Erkelenz : Schimmelpilze in Heimen

Gabriela Jansen vom Wegberger Tisch schlägt Alarm: Die Obdachlosenunterkünfte der Stadt seien in einem katastrophalen Zustand. Die Unterkunft in Dalheim hat der Tisch von einem Ingenieurbüro untersuchen lassen.

dalheim Die Obdachlosenunterkünfte der Stadt Wegberg sind in einem schlechten Zustand – darüber sind sich im Grunde alle einig. Neu ist das Thema auch nicht: Schon 1996 hatte sich der Hauptausschuss dafür ausgesprochen, neue Unterkünfte zu errichten. Realisiert wurden diese indes nicht. Zur Begründung hatte Bürgermeisterin Hedwig Klein in einer Hauptausschuss-Sitzung Anfang 2007 gesagt, bereits 1997 seien Zweifel an der Notwendigkeit eines Neubaus aufgekommen, da die Zahl der Obdachlosen damals rückläufig war. Nach Auskunft des Ersten Beigeordneten Eduard Schneider sei die Zahl erst seit 2005 wieder gestiegen.

Fassadenanstrich reiche nicht

Über den Zustand der Unterkünfte entsetzt ist Gabriela Jansen vom Wegberger Tisch. Sie hat einen Offenen Brief an Hedwig Klein geschrieben. „Sämtliche Notunterkünfte der Stadt sind in einem katastrophalen Zustand. Den dort lebenden Menschen wird zugemutet, in mit Schimmel befallenen Räumen zu leben – oder besser gesagt, zu erkranken“, schreibt sie. „Alle Gebäude müssten grundsaniert oder abgerissen werden und nicht, wie jetzt von der CDU vorgeschlagen, mit einem Fassadenanstrich versehen werden.“

Eines dieser Objekte steht in Dalheim – am Philosophenweg 88. Das hat der Wegberger Tisch vom Ingenieurbüro und Labor Güte aus Düsseldorf nun einmal auf Schimmelpilzbefall untersuchen lassen. Das Resultat: „Auf Basis der vorliegenden Luftkeimproben konnte eine Anomalie im Sinne einer baubiologischen Bewertung an Schimmelpilzen für das untersuchte Schlafzimmer festgestellt werden. Die Konzentrationen an kultivierbaren Schimmelpilzen waren massiv erhöht und lagen deutlich oberhalb des Außenluftniveaus“, heißt es da. Gleich mehrere Schimmelpilze hätten sich dort ausgebreitet.

Ursache für die auffälligen Pilzkonzentrationen seien die offensichtlich befallenen Wandflächen im Bereich der Fenster und des Kaminzugs. „Wir empfehlen daher umgehend eine fachgerechte Sanierung der betroffenen Bauteile. Zur Vorbeugung eines erneuten Schimmelbefalls ist gleichfalls sicherzustellen, dass die Ursachen für die Feuchteschäden behoben werden bzw. dauerhaft zu eliminieren sind“, heißt es im von Ingenieur Patrick Schwirblat erstellten Gutachten abschließend.

Dies sei Aufgabe der Stadt als Vermieterin, betont Gabriela Jansen. Und weist darauf hin, dass nach Aussage des Gutachters der Pilzbefall nicht Ursache einer fehlerhaften Belüftung durch die Bewohner, sondern eine Folge des maroden Gebäudezustands sei.

(RP)