Koalas im Zoo Duisburg: Publikumslieblinge seit 25 Jahren

Zoo-Publikumslieblinge seit 25 Jahren : Duisburger Koalas zeigen sich zum Jubiläum auf der Anlage

Besucher bekommen sie eigentlich nur hinter einer Glasscheibe zu sehen. Und meistens schlafen sie auch noch. Zum 25-jährigen Jubiläum der Koala-Haltung im Duisburger Zoo durften die Tiere nun in die Außenanlage.

Bei Koalas ist die Geburt kinderleicht: Nach einer Tragzeit von 30 bis 35 Tagen kommt ein Jungtier zur Welt, das kaum zwei Zentimeter groß ist und nur ein einziges Gramm wiegt. Selbstständig krabbelt dieses lebendige Gummibärchen in den Beutel der Mutter, wo es sich an den Zitzen festsaugt und sechs Monate vor allem Milch trinkt und schläft. Dann erst lugt es vorsichtig, noch immer im Beutel hockend, als 20 Zentimeter großer und vollständig behaarter Jung-Koala in die Welt. 25 Mal hat man im Duisburger Zoo seit 1994 diese Entwicklung beobachten können. Und spätestens seit Dienstag steht fest, dass dies auch noch eine Zeitlang so bleiben wird.

Das 25-jährige Duisburger Koala-Jubiläum nahmen der Zoo und die Düsseldorfer Flughafen GmbH zum Anlass, ihre seit Jahren bestehende Partnerschaft zu bekräftigen. Diese ist für die Koalas lebenswichtig. Die australischen Beuteltiere sind Futterspezialisten, sie fressen nichts anderes als Eukalyptus. Und das nicht gerade wenig.

Duisburg ist bei der Zucht führend in Europa. Hier wurden in den vergangenen 25 Jahren mehr Tiere geboren als in allen anderen Zoos in Europa zusammen. Foto: Christoph Reichwein (crei)

Mario Chindemi, der von Anfang an die Koalas in Duisburg betreut, hat das am Dienstag mal vorgerechnet: „Rund zehn Prozent des eigenen Körpergewichts frisst ein Koala täglich. Unser großer Zuchtmann Irwin wiegt etwa zehn Kilo – und vertilgt somit jeden Tag ein Kilo Eukalyptusblätter.“ Und zwar nur die frischen, jungen und zarten Blatttriebe. Im Jahr müssen den neun Duisburger Koalas deshalb rund zehn Tonnen frischer Eukalyptus, aufgeteilt in vier Arten vorgesetzt werden.

Seit einigen Jahren betreibt der Duisburger Zoo eine eigene Eukalyptus-Plantage, die in guten Zeiten auch genug Futter für die Nahrungsspezialisten abwirft. Doch über viele Monate des Jahres ist man auf Eukalyptus aus Übersee angewiesen. Und da hilft der Flughafen Düsseldorf dem Duisburger Zoo. Jede Woche gibt es drei Direktverbindungen zwischen dem 7600 Kilometer entfernten Miami und Düsseldorf. Bei den Flügen von Florida an den Rhein wird der frisch geerntete Eukalyptus in Pappkartons und in Folie gewickelt an Bord mitgenommen und umgehend nach der Landung an den Kaiserberg nach Duisburg gebracht.

Die Koalas zaubern Lächeln auf viele Gesichter: So auch bei Mario Chindemi (v.l.), Michael Hanné, Astrid Stewin, Johannes Pfleiderer und Thomas Schnalke. Foto: Christoph Reichwein (crei)

Flughafen-Geschäftsführer Thomas Schnalke und Arbeitsdirektor Michael Hanné versicherte am Dienstag im Beisein von Astrid Stewin (Vorstandsvorsitzende der Zoo Duisburg AG), Johannes Pfleiderer (zoologischer Leiter des Zoos) und Mario Chindemi (Leiter des Koalareviers), dass dies auch in Zukunft so bleiben wird. Der Flughafen Düsseldorf hat außerdem die Patenschaft für das Koala-Weibchen Goonie übernommen. Chindemi musste die Frage, ob Goonie trächtig ist, verneinen. Allerdings sei mit großer Wahrscheinlichkeit ein anderes Weibchen aus der Duisburger Koala-Gruppe tragend.

Der Duisburger Zoo ist bei der Koala-Zucht führend in Europa. Hier wurden in den vergangenen 25 Jahren mehr Koalas geboren als in allen übrigen Koala haltenden Zoos in ganz Europa zusammen. In Deutschland sind das die Zoos in Dresden und Leipzig; im europäischen Ausland: Beauval (Frankreich), Planckendael (Belgien), Lissabon, Madrid, Edinburgh und Wien.