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Duisburg: Die neue Saison der Kammerkonzerte

Kammerkonzerte : Klassische Ensembles und unerfüllte Liebe

Am 30. September beginnt die neue Saison für die Kammerkonzerte. Bis zum Juli 2019 wird es an zehn Sonntagabenden ein überaus attraktives Progamm mit renommierten Musikern geben.

An insgesamt elf Abenden der Saison 2018/2019 füllt wieder erstklassige Kammermusik die Philharmonie Mercatorhalle. Es beginnt am 30. September, 19 Uhr, in der Mercatorhalle. Er gilt als Begründer der Gattung: Robert Schumann schuf 1842 mit seinem Klavierquintett gewissermaßen einen Prototypen, dem Generationen von Komponisten nacheiferten. Auch Dmitri Schostakowitsch schrieb ein solches Quintett, freilich 100 Jahre später als sein romantischer Vorgänger. Beide Werke erklingen nun im 1. Kammerkonzert. Es musizieren die Pianistin Anna Malikova und das Belenus Quartett.

Das 2004 in der Schweiz gegründete Streichquartett, nach dem keltischen Gott der Künste benannt, besticht durch eine sensible wie virtuos-brillante Spielweise. Sein Repertoire reicht von der Frühklassik bis zur Moderne, bisweilen greift es auch Crossover-Projekte auf. Anna Malikova wiederum, aus Usbekistan stammend, ist dem Duisburger Publikum seit Jahren vertraut. Pianistin und Quartett haben übrigens jüngst eine CD mit den beiden Werken produziert, die in Kürze erscheinen soll. Schumanns Klavierquintett Es-Dur op. 44 ist ein tiefromantisches Werk, voller explosiver Kraft und von optimistischem Drang. Gebrochen wird der Überschwang indes durch einen stockenden Trauermarsch, in dem Tschaikowsky eine ganze Tragödie erkannte. Auch Schostakowitschs Klavierquintett g-Moll op. 57 lebt bei allem Bezug auf die strenge Kontrapunktik Bachs als ein Gebilde von unterdrückter Dramatik. Kraftvolle Wellen wechseln mit fahlen Klängen. Beide Stücke erzählen nicht zuletzt von den seelischen Konflikten ihrer Schöpfer.

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 Im zweiten Kammerkonzert am 28. Oktober lassen Isabelle Faust (Violine) und Alexander Melnikov (Klavier) zweimal ein kleineres und ein größeres Werk aufeinander folgen, nämlich die Sonate Nr. 1 von Béla Bartók auf das „Duo concertant“ von Igor Strawinsky und die Sonate A-Dur von César Franck auf „Retrospect“ von dem 1981 geborenen Esten Mihkel Kerem. Der dritte Abend am 18. November ist diesmal der Bechstein-Klavierabend, an dem Elisabeth Leonskaja große Werke von Franz Schubert mit kurzen Stücken von Arnold Schönberg und Anton Webern wechseln lässt.

 Auch Anna Malikova ist mit von der Partie.
Auch Anna Malikova ist mit von der Partie. Foto: Veranstalter

Um „Unerfüllte Liebe“ geht es im vierten Kammerkonzert am 2. Dezember: Das Fauré-Quartett, Duisburgs „Artists in Residence“ (Gastkünstler) 2007/2008 und Musikpreisträger 2012, lässt auf das dritte Klavierquartett von Johannes Brahms verschiedene Lieder von Gustav Mahler und Richard Wagner in Bearbeitungen für Singstimme und Klavierquartett folgen. Die Sopranistin ist Annette Dasch, die gefeierte Bayreuther „Elsa“ und zeitweise Gastgeberin einer eigenen Fernsehshow (“Annettes DaschSalon“). Die aktuellen Gastkünstler, das gleichfalls noch junge Armida-Quartett, bestreiten das fünfte Kammerkonzert am 13. Januar mit Streichquartetten von Wolfgang Amadeus Mozart (D-Dur KV 575), Sofia Gubaidulina (Nr. 1 von 1971, in dem sich die vier Streicher allmählich ent-solidarisieren) und Ludwig van Beethoven (Es-Dur op. 74 „Harfenquartett“). Als kompletter Kontrast begeben sich der Countertenor Valer Sabadus und das Barockorchester Concerto Köln im sechsten Kammerkonzert am 3. Februar auf die Spuren des Kastraten Farinelli. Wiederum etwas ganz anderes kommt im „Piano Extra“ am 17. März, da geben der Folkwang-Klavier-Professor Till Engel und sein in Duisburgs litauischer Partnerstadt Vilnius geborener Student Mark Kantorovic einen reinen Schubert-Abend.

Die junge Kölner Sopranistin Anna Lucia Richter bestreitet das siebte Kammerkonzert „Wahn und Sinn“ am 14. April mit Liedern von Schubert und Mahler sowie von Hugo Wolf, Richard Strauss, Wolfgang Rihm und ihrem Klavierbegleiter Michael Gees. Noch literarischer wird es im achten Kammerkonzert am 19. Mai, in dem der Schriftstellerin Else Lasker-Schüler mit Hilfe ihres humorvollen Romans „Mein Herz“ zum 150. Geburtstag gratuliert wird. Die Gratulanten sind Martina Gedeck (Rezitation) Avi Avital (Mandoline), David Adorján (Solocellist des Deutschen Symphonieorchesters Berlin) und Stephan Barbarino (Regie). Das internationale Streichorchester „les essences“ um Önder Baloglu, den 30 Jahre jungen Konzertmeister der Duisburger Philharmoniker, serviert im neunten Kammerkonzert am 16. Juni nostalgisch-reizvolle Raritäten, darunter die Suite im alten Stil „Aus Holbergs Zeit“ von Edvard Grieg. Als Nachschlag kommt am 7. Juli noch ein Kammerkonzert EXTRA, in dem der Pianist Boris Giltburg, Duisburgs Gastkünstler der vergangenen Saison 2017/2018, sämtliche 24 Préludes von Sergej Rachmaninow aufführt.

Die Kammerkonzerte laufen jeweils sonntags um 19 Uhr. Abos und Karten gibt es am einfachsten im Internet unter abo@theater-duisburg.de beziehungsweise karten@theater-duisburg.de.