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Duisburg: Die Generation „60 plus“ im Visier

Duisburg : Die Generation „60 plus“ im Visier

Eines vorweg: Den "schmackhaften Seniorenteller für den Gast ab 60" sollten die gastronomischen Betriebe allmählich abspülen. Mag sein, dass ein solches Angebot in den 1950er Jahren gerne gesehen wurde. Heutzutage empfinden ältere Menschen solche Offerten eher als Zumutung oder Frechheit.

Überhaupt: Nicht nur bei Tisch sind Senioren ganz normale Menschen, deren Bedürfnisse sich von denen der jüngeren Generation nicht fundamental unterscheiden. Der "Senior als Alien" gehört in den Altpapierstapel törichter Sozialstudien.

Gern gesehen sind hingegen alle Arten von Hilfestellungen, die es älteren Menschen ermöglichen, jene Dinge wahrzunehmen, die eine große Stadt wie Duisburg bieten kann. Dazu gehören beispielsweise die kulturellen Angebote.

Ein positives Beispiel bietet das Stadttheater mit seinen Operncafés, die nachmittags stattfinden und die durchweg ausverkauft sind. Diese musikalischen Veranstaltungen sind zwar nicht ausschließlich für Senioren gedacht, aber da Menschen im Rentenalter üblicherweise nachmittags mehr Zeit haben als Berufstätige, ergibt sich die Zielgruppe gewissermaßen zwanglos.
Mehrgenerationenhaus

Ein wichtiger Punkt ist auch der öffentliche Personennahverkehr. Auch hier ist es nicht nötig, ein "spezielles" Senioren-Verkehrssystem aufzubauen, aber ein Bus- und Straßenbahnnetz zu flechten, das auch außerhalb von Schichtwechsel-Zeiten funktioniert. Technische Ein- und Ausstiegshilfen sollten genauso selbstverständlich sein wie freundliches Fahrpersonal, das nicht gleich unwirsch reagiert, wenn jemand mal eine Frage stellt.

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Für Generationen übergreifende Wohnformen wollen sich offenbar alle Parteien in Duisburg stark machen; selbstverständlich auch Barrierefreiheit. Und das ist gut so. Etwas kompliziert sind in Duisburg noch die Regelungen für ermäßigte Senioren-Ticketpreise.

Allerdings kann man sich fragen, ob es nicht manchmal reicht, auf günstige Angebote aufmerksam zu machen, die prinzipiell allen Generationen offenstehen.

Wenn sich kulturinteressierte Senioren über die Eintrittspreise im Theater beklagen, könnte man beispielsweise auf den Duisburger Theaterring hinweisen, der preiswerte Karten zur Verfügung stellt und auch noch weitere Angebote macht.

Gerne behaupten die Parteien von sich, dass sie die "Generation 60 plus" in ihr Herz geschlossen haben. Tatsache ist, dass außerhalb politischer Organisationsformen, besonders in den Kirchengemeinden, mit großer Selbstverständlichkeit das gemacht wird, was sich Senioren wie junge Menschen wünschen: Fest im Leben stehen.

Übrigens: Die Broschüre "Älter werden in Duisburg", die im Rathaus und in den Bezirksämtern kostenfrei zu bekommen ist, bietet eine Fülle von Informationen. Darunter auch solche über Radfahren und Hallenbäder...

(RP)