Duisburg: Anja Lerch und ihre Freunde toben sich aus

Duisburg : Anja Lerch und ihre Freunde toben sich aus

Buchholz Für ein abwechslungsreiches Konzert braucht Frau nur die richtigen Kumpel: Das bewies die Sängerin Anja Lerch am Freitagabend bei der "Klinikkultur" in der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik (BGU).

Mit Frank Sichmann gab sie zunächst einen Überblick über ihre "Lieblingssongs" – alles Klassiker aus der Rock-, Pop-, und Jazzgeschichte. Mit ihrer facettenreichen Stimme, elektronischen Effekten aus dem Zauberkasten und Sichmanns leicht von der Hand gehendem, jazzigen Gitarrenspiel wurde das Publikum gefesselt.

Vom Grand-Prix-Siegertitel über Bobby McFerrins "Don't worry, be happy" bis zu "Walking on the moon" von The Police reichte das Repertoire. Mal überkam die Musiker die Lust auf einen traditionellen Jazzsong, dann gierten sie nach einem bösen Blues, gefolgt von etwas Entspanntem. Das Duo feuerte sich gegenseitig an, schnitt Grimassen, flirtete mit den Zuhörern.

Nach der Pause nahmen Lerch, Jorge Brasil (Percussion), Dirk Blumhoff (Bass), Markus Schinkel (Piano, Melodica) und Martin Ettrich (Gitarre) die Bühne ein. Die Einladung zum "Moon Walk" vor der Bühne nahm das Publikum zwar nicht an, dafür waren die Zuhörer begeistert von der temperamentvollen Version von Michael Jacksons "Billy Jean". Lerch konnte je nach Bedarf die Rockröhre mit der Whiskeystimme rauskehren, um dann wieder ganz zahm gefühlvolle Balladen zu singen. Mal richtig in die Tasten hauen konnte Schinkel, der seiner Melodica schaurig-schöne Töne entlockte. Brasil wechselte je nach Stimmung der Songs vom Shaker zur Handtrommel oder dem kompletten Schlagzeug. Die Bandmitglieder ergänzten sich perfekt. "Wir machen es jetzt wie Tom Petty, der hat mit drei Harmonien alles gesagt", erklärte Lerch. Mit Pettys Song "Free Falling" machten sie keinen Sturzflug, sondern ernteten donnernden Applaus von den zahlreichen Fans.

Wandelbare Sängerin

Die Luft war noch lange nicht raus, den Übergang zum waschechten Blues schafften sie durch B. B. Kings "The thrill is gone". Lerch und ihre Freunde hatten eine enorme Bühnenpräsenz.

"Die Klinikkultur ist eine Veranstaltung mit Herzblut. Hier kann ich mich musikalisch austoben und fühle mich in der familiären Atmosphäre wohl", lobte die 1968 in Duisburg geborene Sängerin. Beim Singen fühle sie den Kern ihrer Persönlichkeit, sagte die wandelbare Künstlerin, die so unterschiedliche Auftrittspartner wie Helge Schneider oder Chris de Burg hatte.

(RP)
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