Duisburg: Barfußtanz im Matsch

Duisburg : Barfußtanz im Matsch

Das 18. Folkfestival des Jugendzentrums Tempel war ein voller Erfolg. Die vielen Besucher ließen sich durch das wechselhafte Wetter nicht die Laune verderben, im Gegenteil: Sie feierten ausgelassen bis in die Nacht.

Bergheim Mit Gummistiefeln oder barfuß lässt es sich auch im Matsch tanzen. Beim Folkfestival am Samstag ließen sich die Feierwütigen vom wechselhaften Wetter nicht die Laune vermiesen. Die Veranstalter vom Jugendzentrum Tempel sorgten für einen reibungslosen Ablauf und hatten gute Bands auf ihrer Seite.

"Wir haben euch die Sonne hergeholt. Das war echt anstrengend, hätten uns beinahe vom Blitz erschlagen lassen", scherzte das Bukahara Trio. Dabei waren die ehemaligen Straßenmusiker, die ein Jahr lang mit einem Geigenkoffer durch die Schweiz gezogen sind, nur mit 15 Saiten und drei Stimmen bewaffnet. Mit Kontrabass, Gitarre und Geige erzeugten sie gut gelaunte, groovige Musik, die zum Tanzen einlud. Ob Jazz, Gipsy oder Balkan – ihre Songs wie "Have you ever" gingen sofort ins Ohr.

The Smarts hatten sich für ihr Publikum richtig in Schale geschmissen. Mit schwarzen Anzügen, weißen Hemden und Krawatten gaben sie ein schönes Bild ab. Sie spielten Chartbreaker wie "Seven Nation Army" von den White Stripes oder "Dear Mr. President" von Pink und 70er-Jahre-Stücke wie "Riders on the Storm" von The Doors.

Futuristischer Walking Act

Vor den zwei Bühnen und zwischen Ständen mit Kleidung, Accessoires, Tee oder Traumfängern tummelte sich ein buntes Völkchen. Beim Festival dürfen auch Männer Rock tragen. Heavy-Metal-Fans im Band-T-Shirt konkurrierten mit Damen im Party-Outfit. Dazwischen stieß der Besucher immer wieder auf eine Roboterdame mit Herz und ihren Partner im Anzug und pinken Rüschenhemd. Das Duo Diagonal hatte sich den futuristischen Walking Act ausgedacht.

The Great Bertholinis brauchten gar nicht ihren magischen Spiegel befragen: "Mirror, Mirror on the wall, what shall I do?" Sie machten alles richtig. Ob die acht Musiker wirklich aus einem kleinen ungarischen Dorf stammen und alle den Familiennamen Bertholini tragen, sei dahingestellt. Auf jeden Fall boten sie eine super Show und Musik, die zum Head bangen und auch zum Walzer tanzen einlud. Vor der Bühne herrschte reger Trubel. Mit ihren drei Bläsern – Bariton Saxophon, Trompete und Posaune – Gitarre, Bass, Banjo und Keyboard erzeugte die Band einen individuellen Indie-Pop. Das Publikum feuerte sie an und feierte ausgelassen.

Eine gelöste Stimmung herrschte, angefeuert durch Guinness, Cider, Smithwick's und scharfe Gulaschsuppe, schon am Nachmittag. Dabei waren die zwei Publikumslieblinge von internationaler Klasse, Wallis Bird und Ezio, erst für den Abend angekündigt. Für die besten Bierkonsumenten gab es sogar einen Preis, den "Folk Rettungstrinker Button", der an den Bierständen nach Gusto verliehen wurde. Der Konsum des Gerstensafts hielt sich bei den Besuchern aber im normalen Maß, entspannt gingen sie den langen Abend an.

"Schlagsaite" hatte nur eine der Bands. Die bot gefühlvolle Balladen mit deutschen Texten. Mit Akkordeon, Geige und Gitarre erzeugte sie Folk- und Balkanklänge.

(choe)