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Unbelegte Gräber in Düsseldorf sollen blühen

Natur in Düsseldorf : Unbelegte Gräber sollen blühen

Die Verwaltung soll prüfen, ob auf dem Nordfriedhof eine insektenfreundliche Bepflanzung möglich ist. Die Grünen rufen außerdem zu einem Wettbewerb auf.

Wer in diesem Frühjahr das öffentliche Grün in Augenschein nimmt, wird feststellen, dass immer mehr Wildblumen gepflanzt worden sind, die vor allem Insekten anziehen. Das ist natürlich so gewollt, und es gibt nach wie vor reichlich Potenzial, weitere Flächen entsprechend neu zu bepflanzen – auch auf dem Friedhof.

In der Bezirksvertretung 1 wurde jetzt eine gemeinsamer Antrag von SPD, Grünen und Linken ohne Gegenstimme verabschiedet. Die Verwaltung soll demnach prüfen, ob – etwa durch eine Bepflanzung mit der „Düsseldorfer Mischung“ – unbelegte Grabflächen auf dem Nordfriedhof insektenfreundlicher gestaltet werden können. Die zahlreichen unbelegten Gräber seien derzeit nur mit Rasen bepflanzt und würden regelmäßig abgemäht. „Die so bearbeiteten Flächen bieten keine Nahrung für Insekten. Da die Verringerung des Insektenbestands aber ein großes ökologisches Problem darstellt, erscheint eine insektenfreundlichere Bepflanzung der unbelegten Grabflächen dringend geboten“, heißt es in dem Antrag. Das Garten- und Friedhofsamt könnte deshalb zum Beispiel die von der Stadt ausgegebene „Düsseldorfer Mischung“ einsäen und auf das Abmähen der Flächen verzichten.

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Dazu passt ein Wettbewerb, zu dem die Grünen im Stadtbezirk 1 aufrufen: Gesucht werden insektenfreundliche Gärten, Baumscheiben und Balkone. Die besten werden ausgezeichnet, es winken attraktive Preise. „Düsseldorf ist eine so schöne Stadt am Rhein. Und jeder kann dazu beitragen, sie noch schöner und lebenswerter zu gestalten“, erklärt Bernadette Niehaus, die Initiatorin des Wettbewerbs. Je mehr Menschen am Wettbewerb teilnehmen würden, desto attraktiver werde die Nachbarschaft, „und so gewinnen letztlich alle“.

Der Wettbewerb läuft noch bis zum 1. August. Anmelden können sich alle Bürger in Golzheim, Derendorf, Pempelfort, der Altstadt, Carlstadt oder in Stadtmitte, die einen Garten oder Balkon in diesem Bezirk haben. Eine eigene Kategorie bilden Baumscheiben, für die eine Baumpatenschaft empfohlen wird. Die Jury besteht aus Bezirksbürgermeisterin Annette Klinke, der Biologin Claudia Engelhardt, dem Juristen Lukas Kockmann sowie Bernadette Niehaus.

„Ein buntes Viertel voller grüner Flächen ist lebenswerter. Denn Gärten, Baumscheiben und Balkone sorgen für weniger Hitze im Sommer. Sie bilden mehr Sauerstoff, sind Heimstatt für Insekten und Vögel und fördern eine größere Artenvielfalt. Sogar für das Grundwasser ergeben sich Vorteile“, erklärt Niehaus, der es vor allem um Nachhaltigkeit geht. Mehr Informationen und die Anmeldemodalitäten finden Interessierte unter www.gruene-stadtmitte.de. Kontakt: bernadette.niehaus@gruene-duesseldorf.de.