Einkaufen in Düsseldorf : Alles aus Alpaka

Für ihre Decken, Kissen und Teppiche wird kein Alpaka sterben, versichern die Unternehmer David Kuttschrütter und Jannik Weich. Sie nehmen nur das Fell von Tieren, die an Altersschwäche gestorben sind.

Es ist dieser Impuls, gegen den man einfach nicht ankommt, dieser Drang, man will es anfassen, man muss es streicheln. So flauschig, so weich, so hübsch. Die Kissen und Teppiche, die Decken und Schlüsselanhänger, die David Kuttschrütter in seinem kleinen Pop-up-Store in der Sevens-Galerie verkauft. Alles aus Alpaka-Fell, „kein Alpaka muss für uns sterben“, versichert der 26 Jahre alte Jung-Unternehmer, der mit seinem Studienkollegen Jannik Weich das Start-up Weich Couture Alpaca gegründet hat. Der Name ist Programm bei Kuttschrütter und Weich, nach dem die Firma auch benannt ist. „Das passte natürlich“, sagt Kuttschrütter, auch wenn er erstmal ein bisschen diskutiert hat mit seinem Kollegen. „Hätte er Schmidt geheißen, hätten wir noch mal neu denken müssen.“

Und irgendwie ist es auch Jannik Weichs Idee gewesen, aus Alpaka-Fell Wohnaccessoires zu machen. Mit 16 war Weich in Peru, bei einem Schüleraustausch. Er hat sich in das Land verliebt, in die Menschen, die Produkte. Der Kontakt zur Gastfamilie besteht bis heute, „Anfang 2017 hat Jannik mich mitgenommen nach Peru“, erzählt David Kuttschrütter.

Kennengelernt haben sich die beiden bei einem Auslandssemester in Kalifornien, beide studierten BWL. Bald erzählte Jannik Weich von dem Land in Südamerika, von seinen Gedanken und den Alpakas, „und dann haben wir angefangen“, sagt der 26-Jährige, der sich gerade um den Laden in Düsseldorf kümmert, ihn renoviert und gestrichen hat, auch wenn er nur bis Mitte Januar bleiben wird. „Momentan machen wir fast alles allein“, sagt David Kuttschrütter, zudem seien die Sachen, die er verkauft, eher für den Winter geeignet. Der 26-Jährige kann sich aber vorstellen, im nächsten Jahr wiederzukommen, um einen festen Laden zu eröffnen, in Düsseldorf und vielleicht auch in München.

Jannik Weich auf fast 5000 Metern Höhe in den Anden bei einem Gespräch mit einem Alpaka-Bauern. Foto: nika

Die Sachen, die die beiden in ihrem Sortiment anbieten, haben ihren Preis. Ein Puschel-Schlüsselanhänger kostet 39 Euro, ein Kissen mit den Maßen 50 mal 50 liegt bei 495 Euro, 8495 Euro kostet der Teppich im Standard-Maß 350 mal 250 Zentimeter. Das hat aber Gründe. „Bei uns ist alles ethisch korrekt“, sagt Kuttschrütter, der mit seinem Partner eine kleine Produktionsfirma in Peru aufgebaut hat, der persönlich in die Anden fährt, um mit den Bauern auf fast 5000 Metern zu sprechen – über die Alpakas natürlich und die Felle, die nur von Tieren kommen sollen, die an Altersschwäche gestorben sind. „Weil die Bauern in Peru viel mehr Geld machen mit der Wolle der Alpakas“, sagt Kuttschrütter.

Einmal im Jahr wird ein Tier geschoren, etwa 20 Jahre kann ein Alpaka alt werden. Außerdem gebe es in Peru ein Gesetz, das das Töten von Alpakas verbietet. „Die Tiere werden sehr wertgeschätzt“, sagt Kuttschrütter, „fast so wie Kühe in Indien.“ Nur das Unterfell wird für die Kissen und Decken genutzt, weil das von den äußeren Klimaeinflüssen weitestgehend verschont bleibt. Knapp vier Millionen Alpakas leben in Peru, 2016 sind 200.000 gestorben. Das Fell ist also rar.

Bald wollen Jannik Weich und David Kuttschrütter auch Wolldecken, Mützen und Mäntel aus Alpaka-Wolle machen, „nicht die klassischen Touri-Sachen“, sagt Kuttschrütter. Keine Mützen mit langen Zotteln dran, keine Ponchos, sondern „hochwertige Mode“, sagt der 26-Jährige.