Ausstellung Gerresheim : Mit 81 besessen vom Malen

Christoph Wanner-Krause stellt im Grünen Turm von Niklaus Fritschi aus.

Es mag sicher auch am großen Renommee von Niklaus Fritschi liegen, dass die Vernissage der Ausstellung mit Arbeiten von Christoph Wanner-Krause fast schon ein wenig zu voll war. Auch die Tatsache, dass Fritschi sonst allenfalls eigene Arbeiten in seinem Grünen Turm an der Heinrich-Könn-Straße zeigt, machte den Abend wohl zu einer Momentaufnahme. Aber natürlich ist es auch Christoph Wanner-Krauses Kunst selbst, die anlockt. Und vielleicht ebenso sein Charakter, sein unermesslicher Fleiß. „Er ist besessen vom Malen und Zeichnen“, sagt Fritschi. „Ich bin einfach nur fleißig, ich kann gar nicht anders“, sagt Wanner-Krause. 1600 Bilder, 2000 Zeichnungen hat der inzwischen 81-Jährige angefertigt, lagert sie in Werkstatt und Keller seines Ateliers an der Ackerstraße. Und zeigt jetzt einen klitzekleinen Teil aus den vergangenen 20 Jahren davon in Gerresheim.

„Auch im fortgeschrittenen Alter ist Wanner-Krause ein scharfsinniger Denker geblieben. Am liebsten denkt er jedoch mit Stift und Pinsel“, sagt Fritschi über seinen Weggefährten. Was er malt und zeichnet: „Architektonische Traum-Welten mit abenteuerlich übereinander geschichteten Baukörpern, Gerätschaften und Objekten entstehen“, seziert Architekt Fritschi. „Den Innenraum, das Seelische, in Verbindung mit dem Außenraum, das, was jeder offen nach außen empfindet“, erklärt Wanner-Krause.

Christoph Wanner-Krause liebt das Nicht-Perfekte, das Unfertige. Allerdings ist er kein Mensch, der sich in den Vordergrund spielt. „Sicherlich liegt darin auch begründet, dass er in Düsseldorf nicht die Aufmerksamkeit erhalten hat, die er verdient hätte“, sagt Niklaus Fritschi.

Die Ausstellung ist noch bis Samstag, 3. November, zu sehen: samstags und sonntags von 15 bis 20 Uhr, Heinrich-Könn-Straße 60a.

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