Stele erinnert an Anfänge des TuS Gerresheim: Stele erinnert an Anfänge des TuS Gerresheim

Ein großer Tag für Gerresheim.

Wenn vier an einem roten Band ziehen, dann darf Positives erwartet werde. Unter dem Applaus zahlreicher Gäste aus dem TuS Gerresheim-Vereinsleben und Politik enthüllten Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke, Bezirksbürgermeister Karsten Kunert, Günter Hering, Vorsitzender des TuS Gerresheim und Stifter der Stele, sowie Franz Nawrath als Vorsitzender des Förderkreises Industriepfad Düsseldorf (FKI) die neue Stele an der Heyestraße, unweit des TuS-Vereinsheims.

Sie soll an die enge soziale Verbindung zwischen den Arbeitsbedingungen der Arbeiter zu Hochzeiten der Industrialisierung und den Anfängen des Breitensports erinnern. „Die Stele bildet ein Dreieck mit den vorhandenen Stelen an Haus Poggfried und der Wohnsiedlung am Zollhaus“, so Kunert. Der Industriepfad Düsseldorf-Gerresheim macht auf vier Kilometern die verschwundene Industriegeschichte des Stadtteils lebendig. 25 Stationen rund um die Themenkreise Ziegel, Draht, Wohnen, Glas und Eisenbahn zeigen, wie die Industrie einst die Stadt verändert hat.

Die Turn- und Sportgemeinschaft Gerresheim und Glashütte, wie der Verein mit vollständigem Namen heißt, habe, als Ziegeleien, Draht-Fabriken oder die Glashütte vielen Menschen Arbeit gaben, stets eine wichtige Funktion bei dem Zusammenwirken von Arbeitsbedingungen und Sport übernommen.

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Es galt, mit der sportlichen Betätigung den Arbeitern den Zugang zu anständigen Vergnügungen zu ermöglichen, damit sie den anderen fernblieben“, konnte Hanno Parmentier, zweiter Vorsitzender des FKI, als Motivation zu sportlicher Betätigung in damaliger Zeit anführen. Im Gegensatz zu den reicheren Gesellschaftsschichten, die Ballsportarten wie Tennis oder Hockey betrieben, blühte in Gerresheim der Fußball, Handball sowie Turnen und Boxen.

Der Verein, aus dem die späteren Fortuna- und Nationalspieler Klaus und Thomas Allofs als die bekanntesten hervorgingen, konnte sich den Ruf einer Kaderschmiede erarbeiten, sagte Günter Hering. Zudem werde die Tradition des Sports im Hinblick auf Integration weiterhin ernst genommen.

Viele Menschen mit Migrationshintergrund würden nicht nur die Fußball-, sondern auch die Box- und Ringer-Mannschaften verstärken, über sportliche Regeln der Fairness auch Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens lernen. Zudem würden auch die Insassen des Jugendgefängnisses an Trainingseinheiten teilnehmen. Und es wurde an Kurt Burchardt erinnert. Der Düsseldorfer Kripo-Mann und Box-Papst, der vor fünf Jahren 87-jährig verstarb, hatte als erster Vorsitzender die Boxabteilung 50 Jahre geführt.

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