Was die Menschen in Düsseldorf-Gerresheim bewegt

Mobile Redaktion in Düsseldorf : Gerresheimer ärgern sich über den S-Bahnhof

Die Gerresheimer leben gerne in ihrem Stadtteil, viele sind stolz auf ihn. Das wurde bei der Mobilen Redaktion der RP deutlich. Doch bekanntlich gibt es nichts, was sich nicht noch verbessern ließe.

Allem voran die Zustände am S-Bahnhof. „Es gibt immer noch keinen Aufzug, Rollstuhlfahrer oder Mütter mit Kinderwagen sind absolut hilflos“, ärgert sich Rudolf Nuß über die Deutsche Bahn. Nicht einmal Toiletten gebe es, kritisiert Marianne Esser. Außerdem sei der Bahnhof total verdreckt, fügt Hede Hano hinzu, die sich zudem Ampel oder Zebrastreifen für die Hardenbergstraße in Höhe der evangelischen Kirche wünscht.

Auch die Rheinbahn bekommt an diesem schönen Tag auf dem Gerresheimer Markt ihr Fett weg: Am Dern tropfe es Rost vom Dach der Haltestelle, bemängelt Elsa Thüring. Und Marianne Esser empfindet es unmöglich, dass es an der Haltestelle Rathaus keine Bank im Bereich der hinteren Wagons gibt. „Denn genau dort wollen viele einsteigen, wenn sie am S-Bahnhof in den Bus umsteigen müssen und den Anschluss schaffen wollen.“

Die Neubaugebiete im Stadtteil bringen auch weiteren Verkehr mit sich. Der nehme zum Beispiel im Bereich der Dreher-/Torfbruchstraße unzumutbare Zustände an, sagt Zenon Charuza: „Neben den ganzen Autos lassen sich auch immer mehr Lastwagen und bis zu 30 Busse die Stunde beobachten“, hält sie das Ausmaß an Lärm und Abgasen für inzwischen inakzeptabel. Stetig mehr Lastwagen zählt Elsa Thüring auch auf der Gräulinger Straße, während Rolf Dittmar die Schlaglöcher auf Pilgerweg und Hatzfeld­straße ein Dorn im Auge sind. Überlastet ist aber vor allem die Kreuzung Torfbruch/Dreherstraße, das sieht auch der Gerresheimer Politiker Rolf Buschhausen (CDU) so. Er hofft, dass sich die geänderten Ampelphasen positiv  auf den Rückstau  hinter Linksabbiegern auswirken und es mehr Fahrer Richtung Benderstraße über die Kreuzung schaffen. Und: Die L404 als Ortsumgehung sei unverzichtbar, um die Autos aus dem Bergischen und vom Glasmacherviertel direkt in Richtung Flingern zu bringen.  

Gustav Hocher berichtet, dass wegen der Parkplatznot auf der Josef-Neuberger-Straße immer mehr Autofahrer ihr Fahrzeug einfach mitten auf der Fahrbahn abstellen, „und die Stadt macht nichts“.

Die Benderstraße wird nach dem Umbau zwar vielfach gelobt, nicht so aber der Radweg. „Der gefährlichste in ganz Düsseldorf“, findet Benno Koritki, und auch Rolf Ribbert meint: „Der ist doch viel zu schmal, eine Katastrophe. Wenn dann noch die Bahn kommt, wird’s brandgefährlich.“ Das bemängelt auch Julian Deterding, der für die FDP in der Bezirksvertretung sitzt. Was viele Bürger zudem beschäftigt: Die Einkaufsmeile ist zwar umgebaut und der große Niedergang, den Skeptiker befürchtet hatten, ist nicht eingetreten, aber die Benderstraße ist nicht zur Flaniermeile geworden. Noch nicht – denn dieses „Stadtteil-Feeling“ mit hoher Aufenthaltsqualität hätten die Gerresheimer gerne. „Könnte man dort nicht ein Bistro und Cafés ansiedeln?“, fragt Elke Minini, „So wie auf der Nordstraße oder der Rethelstraße mit ihren schönen Hinterhöfen? So etwas haben wir hier nämlich leider nicht“, meint auch Else Bensien, die zudem den Weggang zweier Banken von der Einkaufsstraße bedauert.

Als sehr positiv vermerken Franziska und Elke Minini, dass sich im Park an der Dreher-/Regenbergastraße nach der Mobilen Redaktion der RP vor vier Jahren viel getan habe. „Heute stehen dort mehr Lampen, man fühlt sich sicherer,  und es wurden an den Bänken mehr Mülleimer aufgestellt. Das ist sehr gut.“ Ein ganz anderes Problem mit Gerresheim hat Romeo Baumbach: Er wohnt dort nicht mehr. Er sei wegen seiner damaligen Freundin nach Alt-Erkrath gezogen und habe zudem in manch anderem Düsseldorfer Stadtteil gelebt. „Aber Gerresheim war am besten. Der Wald, die Einkaufsmöglichkeiten, die Anbindung: Ich würde sofort wieder herziehen, aber es ist schwer, ein neue Wohnung zu finden.“ 

Mehr von RP ONLINE