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Düsseldorf: Neue Glocke im Turm von St. Gertrud

Düsseldorf : Neue Glocke im Turm von St. Gertrud

Über Orgelempore und durch Öffnungen der Zwischenböden wurde die fünfte Glocke in den Stuhl des Geläuts gehievt.

Problemlos hebt der Elektro-Flaschenzug die 535 Kilogramm schwere Glocke an. "In Gottes Namen — sie schwebt" ruft Glocken-Monteur Udo Gravermann den traditionellen Monteurs-Spruch in die Kirche St. Gertrud und schlägt mit einem Holzbalken dreimal kräftig gegen die Glocke. Die vollen, harmonisch klingenden Töne genießen die rund 30 Mitglieder der Kirchengemeinde, die von der Installation der fünften Glocke für das Geläut am gestrigen Vormittag erfahren hatten und das Hochhieven beobachten wollten.

Das war genau ausgetüftelt. Denn das schwere Stück mussten Gravermann und seine Mitarbeiter um mehrere Hindernisse herumhieven. So konnte beispielsweise der Flaschenzug nicht vor dem Emporengeländer an der Decke montiert werden, sondern hinter der Empore. So dirigierten die Monteure die Glocke mit Hilfe von Seilzügen an der Balustrade vorbei in den Hinterraum der Empore, bugsierten sie unter eine Klappe und zogen sie mit einem weiteren Flaschenzug in das obere Geschoss des Turms. Dort musste sie nochmals gleichsam um die Ecke durch eine eigens herausgebrochene Luke in den Glockenstuhl gezogen werden.

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Wie Erich Lender freuen sich viele Gemeindemitglieder, "dass in der Osternacht die neue Glocke erstmalig zusammen mit den vier alten erklingen wird". Erst dann ist das Geläut der Kirche St. Gertrud, die vor 112 Jahren eingeweiht wurde, komplett. Von Anfang an waren fünf Glocken für das Geläut vorgesehen, aber nur vier wurden gegossen. So hatte sich die Gemeinde jetzt gewünscht, die fünfte, fehlende gießen zu lassen und hatte die erforderlichen 25 000 Euro durch Spenden zusammengebracht. Mit großer Anteilnahme verfolgen die Gemeindemitglieder das Entstehen der Glocke. Eine Delegation war in der Abtei Maria Laach beim Gießen der Glocke dabei, ihre Weihe auf den Namen Papst-Johannes-Paul II. durch Bischof Heiner Koch in der Kirche wurde von vielen verfolgt.

Vor der Weihe hatte der Glockensachverständige der Erzdiözese Köln, Norbert Jachtmann, bescheinigt, dass die Glocke einen brillanten Klang hat, mit bester Glockenbronze gegossen und handwerklich ausgezeichnet ausgeführt worden sei. Das Relief des Namenspatrons und die Inschriften seien erstklassig gestaltet.

Auch das Einhängen der neuen Glocke in den Glockenstuhl begutachtete Jachtmann gestern. Sie hat ihren Platz über den vier vorhandenen Glocken. Dafür musste die Konstruktion im Turm nicht umgerüstet werden, weil beim Bau des Turms von einem Fünfer-Geläut ausgegangen worden war.

Die Gemeindemitglieder sind froh, dass sie die Geschichte der Glocke erlebt haben. Denn sie haben auch dann ein Bild von ihr vor Augen, wenn sie verborgen hoch im Turm hängt.

(RP)