Zur Abtauparty kamen viele Besucher in die Eishalle nach Düsseldorf-Benrath

Tradition zum Saisonende : Schlittschuhlauf und Schaumbad auf dem Eis

Eine der letzten Abtaufeten vor der Schließung der Anlage fand am Wochenende in der Benrather Eishalle statt.

Die Saison ist beendet, das Eis muss runter: Doch vorher wurde noch einmal richtig gefeiert. Bei der traditionellen Abtaufete wurde die Eishalle am Wochenende in eine Disco mit Schaumparty verwandelt. Kinder und Jugendliche durften das Eis mit Straßenschuhen betreten und sich in der weißen Schaummasse nach Herzens Lust austoben. Geschäftsführer Manfred Otto hatte die Party vor 28 Jahren initiiert, seitdem findet sie jedes Jahr statt.

Aber nun ist die Zukunft der Halle ungewiss. Sicher ist, dass die Anlage an der Paulsmühlenstraße abgerissen und eine neue an der Kappeler Straße errichtet werden soll. Wann die Benrather Halle ihre Türen endgültig schließt, ist aber noch nicht bekannt. Zumindest die kommende Saison soll noch an dem alten Standort stattfinden. Ob auch Manfred Otto dann noch Geschäftsführer sein wird, weiß er nicht. Sein Vertrag läuft im Juni aus. Im Jahr 1991 hatte er die Leitung der Halle übernommen, zweimal war er in der Zwischenzeit in Rente gegangen und prompt wieder zurückgekehrt.

Die Halle sei wie ein Kind für ihn, „nicht zu wissen, was passiert, ist ein ungutes Gefühl“, sagt der 76-Jährige. Mit der vergangenen Saison war er mehr als zufrieden, die Besucherzahlen seien gestiegen. Auch für die Abtaufete erwartete er rund 600 Kinder und Jugendliche. In Spitzenzeiten seien sogar bis zu 800 Besucher gekommen. Das Besondere am Abtauabend sei die Möglichkeit, mit Straßenschuhen auf das Eis zu gehen. Was normalerweise strikt verboten ist, weil das Eis dadurch beschädigt werden kann, war an diesem Abend sogar Pflicht.

Ein weiterer Höhepunkt: Nach den letzten Runden auf Schlittschuhen sorgen zwei Schaummaschinen an der Decke dafür, dass weiße Wolken das gesamte Eis bedecken. Schnell erinnert die Halle eher an eine Badewanne als an ein Eisstadion. „Ich empfehle den Eltern immer, die Autositze mit Tüchern auszulegen, damit die Nässe nicht durchdringt“, erzählt Otto. Und tatsächlich: Nach wenigen Minuten herumrutschen auf dem Eis inmitten des Schaums sind viele Besucher von Kopf bis Fuß von der weißen Masse bedeckt. Die Kanonen produzieren während der gesamten Zeit von 19 bis 22 Uhr immer neuen Schaum. Zwei DJs sorgen für die richtige Partystimmung und so wird die Saison auf dem Eis mit Hits wie „Ab in den Süden“ gebührend verabschiedet. Auch die Freundinnen Verena (21) und Jacqueline (20) haben sichtlich Spaß: „Es ist anders als in einer Disko, das Eis ist einfach ein besonderes Erlebnis.“ Dass sie schon nach den ersten Minuten durchnässt sind, stört sie wenig – ganz im Gegenteil.

Ob die Party auch in der neuen geplanten Halle in der Kappeler Straße fortgeführt wird? Manfred Otto würde sich darüber freuen, will aber den möglichen neuen Geschäftsführern nicht in ihren künftigen Beritt reinreden. In der Benrather Halle wird es drei Tage dauern, bis das gesamte Wasser der 1800 Quadratmeter großen Fläche aufgetaut ist. Danach werden die insgesamt zehn Mitarbeiter der Eishalle mit Reparaturarbeiten beschäftigt sein. Auch wenn die Hallte bald geschlossen werden soll, müssen Schäden repariert, Wände gestrichen und Seitenbegrenzungen ausgebessert werden.

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