Mit Fahrrädern gegen Lebensmittelverschwendung

Lebensmittelretter : Schon über 15 Tonnen Lebensmittel vor dem Müll gerettet

Die Stadt unterstützt die Initiative „Enjoy the food“. Davon sollen neue Lebensmittel-Räder in Garath, Holthausen und Rath aufgestellt werden.

Lebensmittel landen in Boxen auf Fahrrädern statt im Müll, das ist das Prinzip der Initiative „Enjoy the Food“. Seit einem Jahr steht dazu vor dem Benrather S-Bahnhof ein ausgedientes Rad. Immer wieder füllen die Lebensmittelretter es mit Obst, Gemüse oder Backwaren. Dazu kooperieren sie mit Händlern und Betrieben, die Lebensmittel abgeben, die sonst auf dem Müll landen.

Jeder darf sich hier bedienen: „Es geht nicht um Bedürftigkeit, sondern darum, Lebensmittel sinnvoll zu verbrauchen“, sagt Initiatorin Katharina Linke. Mittlerweile gibt es einige solcher Verteiler-Stationen. An der Vennhauser Allee in Eller steht ebenfalls ein Fahrrad zur Lebensmittelrettung. Weitere Standorte sollen demnächst hinzukommen. Geplant ist ein Rad in Holthausen in der Nähe des Zentrum plus an der Henkelstraße. Auch in Garath sucht die Initiative gerade einen Standort. Ob es in Urdenbach ebenfalls eine solche Lebensmittel-Rettungsstation geben wird, ist offen. Frühestens ist damit 2019 zu rechnen.

Neu ist, dass sich die Initiative jetzt „Enjoy the Food“ nennt. Bislang gehörten sie zum Team von „Foodsharing“. Seit September sind die Ehrenamtlichen jedoch unter eigener Regie aktiv. Demnächst sollen alle Fahrräder ein einheitliches Bild abgeben. „Wir lackieren sie dann rot“, sagt Katharina Linke. Die junge Initiative, die sich für Umwelt-, Klima- und Naturschutz einsetzen möchte, sucht weitere Mitstreiter. Ehrenamtliche Helfer für den Einsatz an den neuen Standorten und Fahrrädern werden benötigt.

„Wir suchen für unseren Fair-Teiler am Benrather Bahnhof noch fleißige Helfer, die uns beim Putz- und Kontrolldienst unterstützen“, sagt Katharina Linke. Das Fair-Teiler-Fahrrad am S-Bahnhof wird beispielsweise zwei Mal wöchentlich mit Essigwasser geputzt. Hinzu kommen tägliche Sichtkontrollen um Verdorbenes oder Reste zu entsorgen. Interessierte können außerdem die Arbeit an den neu geplanten Standorten in Garath und Holthausen unterstützen. „Wer mitmachen möchte, kann sich bei uns unter der Mailadresse fairteiler@enjoy-the-food.de melden“, sagt Katharina Linke. Der zeitliche Aufwand halte sich in Grenzen, jedoch sollte jeder einmal im Monat dafür zeit haben.

Auf den Facebook-Seiten informieren die Aktiven über die aktuellen Lebensmittel, die sie retten und dann in den Rädern deponieren. Sie ziehen dazu wöchentlich Bilanz. Nach 51 Tagen kamen jetzt 15.547,25 Kilogramm Lebensmittel zusammen, die nicht in der Mülltonne landeten. Manchmal sind es große Mengen Avocados, Bananen, Paprika oder Salate, immer wieder sind viele Backwaren dabei. Mit über 80 Ehrenamtlichen engagiert sich die Initiative und betreibt Aufklärungsarbeit. „Wir sprechen an unseren Infoständen mit den Menschen und ihren Umgang mit Lebensmitteln“, sagt Katharina Linke. Immer noch kauften zu viele Kunden im Supermarkt Normprodukte und nicht etwa die krummeKarotte.

„Doch es stimmt viele sehr nachdenklich, wenn sie sehen, was im Müll landet“, sagt Katharina Linke. Das Umweltamt der Stadt Düsseldorf fördert die Lebensmittel-Fahrräder jetzt mit 250 Euro. Für die Aktion „Mach was draus“ hatte sich „Enjoy the Food“ beworben. Mit dem Zuschuss sollen Food-Räder in den Stadtteilen Holthausen, Rath und Garath entstehen. Wenn das Geld reicht, könnten auch noch in Urdenbach und einem weiteren Stadtteil Food-Räder aufgestellt werden, teilt die Initiative mit.

www.enjoy-the-food.de