Initiative für Paulsmühlenviertel kämpft weiter

Benrath Paulsmühle : Grundkonzept von Paulsmühle bleibt

An der grundsätzlichen Planung des neuen Wohnviertels kann laut Stadt nicht mehr gerüttelt werden. Trotzdem setzten die Mitglieder der Bürgerinitiative Lebenswerte Paulsmühle im Workshop viele ihrer Ideen durch.

Das Planungsverfahren für das neue Wohnviertel an der Paulsmühle wird nicht noch einmal neu aufgerollt. Davon war die Bürgerinitiative ausgegangen, denn nach Protesten im Juni war das Verfahren zunächst gestoppt und ein qualitätssicherndes B-Plan-Verfahren angekündigt worden. Bei einem Planungsworkshop vorige Woche stellte die Stadt aber klar: Das Grundkonzept bleibt bestehen. Trotzdem öffnete sich die Stadt für die Ideen und Anregungen der Bürger hinsichtlich der städtebaulichen Integration, des Freiraums und des Verkehrs sowie der Fassaden und des Wohnungsmixes. Die Initiative konnte einen Großteil ihrer Wünsche doch noch einbringen. Die Vorschläge werden nun in einem neuen Verfahren geprüft.

Was haben die Bürger mit ihren Protesten erreicht? Für den Workshop am vergangenen Freitag wurde die Tagesordnung geändert. „Die Stadt hat alles noch einmal umgeschmissen, damit wir darüber diskutieren konnten, inwiefern wir überhaupt noch mitwirken können“, sagt Elke Nowak. Im Anschluss an den Workshop tagte ein sogenanntes Empfehlungsgremium, das Vorschläge zum weiteren Verfahren machte. Dem wohnte auch Elke Nowak, Gründerin der Bürgerinitiative, bei.

Was wurde im Empfehlungsgremium beschlossen? Zunächst will die Stadt in den nächsten Wochen die Zukunft der Eissporthalle klären. Denn sollte sie blieben oder neu gebaut werden – was sich die Paulsmühler ausdrücklich wünschen –, muss noch einmal über das geplante Gebäude entlang der Paulsmühlenstraße diskutiert werden. Hier hatte die Stadt wegen Lärmschutzes einen durchgehenden Gebäude-Riegel mit nicht zu öffnenden Fenstern geplant. Das allerdings entspricht nicht den Wünschen der Initiative. Sie hatten eine Öffnung des neuen Viertels hin zur Paulsmühle gefordert. Für die Höhe der Gebäude hat sich die Initiative mit der Stadt auf maximal fünf Etagen geeinigt. Auch das Verkehrskonzept wurde diskutiert. Ein Verkehrsgutachten soll vor allem den Lärmschutz und Umgehungsstraßen untersuchen, sagt Nowak. Damit das neue Viertel nach Wunsch der Initiative möglichst autoarm bleibt, wird geprüft, ob zukunftsweisende Mobilitätskonzepte mit Sharing-Modellen für Auto, E-Roller und Fahrrad integriert werden können. Für die neuen Wohnungen sind Tiefgaragenplätze geplant.

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Wie viele und welche Art von Wohnungen sind geplant? Ursprünglich waren 590 Wohnungen geplant. Für die Initiative zu viel: Sie legte Protest ein. Über die Anzahl der geplanten Wohnungen konnte der Workshop keine Einigung erzielen. Diese hänge stark von der Nutzung ab, betonte Stadtplanungsdezernentin Cornelia Zuschke während des Workshops. Sowohl die Initiative als auch die Stadt wünschen sich aber ein heterogenes Wohnen mit einem Mix aus Eigentumswohnungen, größeren Wohnungen für Familien aber auch kleineren Singlewohnungen.

Wie sieht es mit der Gestaltung der Grün- und Freiflächen aus? Es wird geprüft, ob auf der Telleringstraße eine grüne Flucht inklusive Allee möglich ist, die bis zum Quartiersplatz in der Mitte führen soll. Möglicherweise müsste dafür eines der Gebäude zurückgesetzt werden, was beim Investor (IDR) eher auf Ablehnung stieß. Auf dem Platz soll es zudem ein Café geben, ein Springbrunnen mit Wasser wurde aber abgelehnt.

Welche weiteren Wünsche wurden eingebracht? Das neue Dürer-Kolleg habe sich ein Hostel gewünscht, sagt Elke Nowak. Wichtig war den Paulsmühlern zudem, dass im Gebäude-Riegel an der Paulsmühlenstraße Kleingewerbe sowie ein Geldautomat, eine Apotheke, ein Metzger, ein Kiosk und Gastronomie einziehen. Bezüglich der Fassaden sollen vor allem viele verschiedene Materialien genutzt werden und grüne Dächer entstehen.

Was geschieht jetzt? Laut Stadtplanungsamt wird das Prüfverfahren nun mindestens ein halbes Jahr dauern. Elke Nowak und Marcel Gerblich bleiben erst einmal geduldig: „Wir erwarten frühestens Anfang des Jahres eine Antwort“, sagt Nowak. Marcel Gerblich fasst zusammen: „Ich freue mich, dass wir demokratisch etwas erreicht haben. Und ich bleibe weiterhin vorsichtig optimistisch.“

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