Rheinkirmes 2017: So geheim war das Tote-Hosen-Konzert am Mittwoch

Auftritt auf der Rheinkirmes in Düsseldorf : So geheim sind geheime Tote-Hosen-Konzerte

Überraschungskonzert: Die Toten Hosen rocken die Rheinkirmes

Das Konzert der Toten Hosen auf der Rheinkirmes schlägt hohe Wellen. Einige sind sauer, weil sie davon im Vorfeld nichts mitbekommen haben. Aber das Geheimkonzert der Düsseldorfer Band war ein unplanbares Ding, schreibt unser Autor in seiner Kolumne.

Deswegen war das Geheimkonzert der Toten Hosen auf der Rheinkirmes ein unplanbares Ding. Es sollte stattfinden, denn es stand an und sollte mal geschehen, erklärte die Band hinterher. Uerige-Baas Michael Schnitzler ist seit Jahrzehnten ein Freund der Gruppe, jetzt wollte man ihm und der Rheinkirmes gleich mit, mal ein Ständchen bringen. Das Konzert hätte aber auch fünf Minuten vor dem geplanten Beginn gekippt werden können. Vielleicht, weil zu viele Leute geredet hätten und deswegen die Sicherheitsfrage ein Problem geworden wäre.

Natürlich wussten einige Leute Bescheid. Freunde aus der Schulzeit, enge Begleiter, Familie. Aber von denen wollte keiner den Spielverderber geben und so hielten alle dicht. Sogar die Köbesse im Uerige-Zelt erfuhren erst kurz vorher, dass die Ansage "In 15 Minuten spielt Helene Fischer" unter die Rubrik "Fake News" fällt.

Eine Benachrichtigung von Schützen und Schaustellern vorab, wie von einigen verlangt, wäre gleichbedeutend mit der Beerdigung der Konzertidee gewesen. Gut, dass dies nicht geschah, und keine Angst: Die Sache wird sich so schnell nicht wiederholen.

Mit Campino auf der Rheinkirmes: Tote-Hosen-Frontmann singt mit Fans

So aber haben sich in den sozialen Medien Videos des Auftritts bereits am Tag darauf hunderttausendfach verbreitet. Eine bessere Werbung kann es für die Kirmes gar nicht geben. Heino am Dienstag, mittwochs Die Toten Hosen — sollen die lieber auf der Cranger Kirmes spielen?

Dann doch lieber Geheimnis und Überraschung. So bleiben "Magical Mystery Gigs" möglich, die die Band gerne spielt. Vor ein paar Jahren in der Schneider-Wibbel-Gasse in der Altstadt, kurz vor dem Aufstiegsspiel der Fortuna gegen Hertha BSC. Oder bei Demos, wenn es ein Bekenntnis abzulegen gilt. Nicht zu vergessen: Wo auch immer die Band spielt, verkündet sie ihre Herkunft. Sie macht so überall Werbung für Düsseldorf, ganz freiwillig und natürlich unbezahlbar.

(RP)
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