Düsseldorf: Mobiles Zahlen kommt - Bargeld auf Rückzug

Düsseldorf : Mobiles Zahlen kommt - Bargeld auf Rückzug

Die Sparkasse rüstet alle Bankkarten auf ein kontaktloses Bezahlsystem um. Viele Apps ermöglichen das Zahlen per Smartphone.

Der Trend zum bargeldlosen Zahlen ist ungebrochen, dabei ist Deutschland eigentlich bei diesem Thema hintendran. "Nur 40 mal pro Jahr nutzt ein Deutscher Bankkunde seine Giro- oder Kreditkarte. In Schweden dagegen liegt die Zahl bei mehr als 230", sagt Wolfgang Cech vom Sparkassen-Dienstleister S-Card-Service. 52 Prozent aller Zahlungen im Handel werden heute noch mit Bargeld erledigt, doch dieser Wert sinkt pro Jahr um etwa 1,5 Prozentpunkte.

Die Stadtsparkasse Düsseldorf möchte die Anzahl bargeldloser Zahlungen nun durch die flächendeckende Einführung von GiroGo-Karten beschleunigen. Die Bargeldhaltung verursacht Händler und Banken hohe Kosten. Daher hat sich der Zentrale Kreditausschuss (ZKA), in dem alle deutschen Banken vertreten sind, auf GiroGo als Nachfolger der Geldkarte geeinigt. "Die Stadtsparkasse hat bereits den Großteil ihrer knapp 350.000 Girokarten durch GiroGo-Karten ersetzt", sagt Sparkassenmitarbeiter Peter Schothöfer.

Der Kunde hält seine GiroGo-Karte einfach vor ein Lesegerät, und der Bezahlvorgang ist abgeschlossen. Die Obergrenze für eine Zahlung liegt bei 20 Euro. Das Geld wird aber nicht wie bei EC oder Kreditkarte von einem Konto abgebucht, sondern vom Kartenchip. Das heißt, dass der Kunde das Geld am Geldautomaten auf die Karte laden muss, immer wieder.

Verliert der Kunde die Karte, ist eine Sperrung des Chips nicht möglich. Ein Dieb kann ohne Geheimnummer oder Unterschrift über das Geld verfügen - wie beim Bargeld. Gestern zeigte die Sparkasse neue technische Geräte, etwa Getränkeautomaten, Parkhausschranken oder Kassenterminals, die über ein Lesegerät verfügen. Akzeptanzstellen in Düsseldorf gibt es zurzeit im Düsseldorfer Stadtgebiet etwas mehr als 1000. Man findet sie im Internet auf der Seite www.girogo.de

(RP)
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