Mitarbeiter des Ordnungs- und Verkehrsdienstes beleidigt

Prozess vor dem Amtsgericht Düsseldorf : OSD-Mitarbeiter aus fahrendem Auto beleidigt

Weil sie ein Knöllchen bekommen hatte, beleidigte eine junge Frau Mitarbeiter des Ordnungs- und Verkehrsdienstes. Offenbar hatten die städtischen Angestellten ein gutes Gehör, denn eigentlich war die Frau schon mit ihrem Auto weggefahren.

(wuk) Mitarbeiter des Ordnungs- und Service-Dienstes (OSD) verfügen nicht nur über Scharfblick bei Falschparkern, sondern hören auch besser, als mancher Autofahrer vermutet. Das erfuhr eine 26-jährige Mutter. 1600 Euro Strafe sollte sie wegen Beleidigung zahlen, weil sie nach einer OSD-Kontrolle an einem Septembermittag 2018 an der Mintropstraße einen Stadt-Mitarbeiter halblaut mit einem üblen Schmimpfwort tituliert hatte. „Sie dachte, das wäre nicht zu hören“, trug ihre Anwältin beim Amtsgericht vor. Vor einem Szene-Frisör hatte die Angeklagte ihr Auto im Halteverbot abgestellt, als das von OSD-Kräften per Foto dokumentiert wurde. Hochschwanger und „emotional sehr aufgebracht“, so ihre Anwältin, klemmte sich die 26-Jährige hinters Steuer und ließ sich zu der Beleidigung „hinreißen“. Was die Frau nicht bedachte: Durch das Autofenster war das Schimpfwort für die Stadt-Mitarbeiter noch aus etlichen Metern Entfernung zu hören. Da Beschimpfungen von Einsatzkräften gezielt und strenger verfolgt werden, als bisher, erließ ein Richter den Strafbefehl über 1600 Euro. Da die junge Mutter, die jetzt entbunden hat und zum Prozess nicht kommen konnte, bisher unbescholten war, die Beschimpfung zugab und kaum über Einkommen verfügt, wurde ihr Verfahren gegen Zahlung von 400 Euro eingestellt.

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