Düsseldorf: Ministerin besucht Sekundarschule

Düsseldorf : Ministerin besucht Sekundarschule

Fairer Handel: Süßwaren-Konzern Ferrero sucht das Gespräch mit der Schule.

Die Chancen auf einen Dialog zwischen dem Süßwaren-Konzern Ferrero und der Schokofair AG der Sekundar- und Hauptschule am Hermannplatz stehen offenbar gut. "Mit euch Kindern wollen die Vertreter von Ferrero zwar noch nicht sprechen, aber es wird wohl Anfang Dezember einen Termin mit uns Lehrern geben", sagte Schulleiterin Birgit Planken gestern bei einem Besuch von Landesschulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne). Zur Erinnerung: Ferrero hatte vor Monaten ein in Teilen bereits vorbereitetes Treffen mit den Düsseldorfern kurzfristig abgesagt – zur Enttäuschung der Jungen und Mädchen sowie der sie unterstützenden Lehrer.

Zum gestrigen internationalen Tag der Kinderrechte war Löhrmann an den Hermannplatz gekommen. In der Aula zeigten Schüler und Lehrer, wie sie sich mit Filmen und inzwischen bundesweit beachteten Aktionen gegen die Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen bei der Kakaobohnenernte in Afrika engagieren. Ein Einsatz, für den die Schüler in der Frankfurter Paulskirche zu Unicef-Junior-Botschaftern ernannt wurden. "Ihr macht das professionell, habt durch Euer Handeln Erwachsene von Eurem Anliegen überzeugt und damit bewiesen, dass man doch etwas ändern kann", sagte die Ministerin.

Zu den spektakulären Aktionen der Schüler in Düsseldorf zählte ein Protest vor dem Edeka-Markt Zurheide, der sich gegen die Suche nach einem neuen (Werbe-)Gesicht für das Traditionsprodukt Kinderschokolade richtete. Markt-Betreiber Rüdiger Zurheide hatte sich den Argumenten der Schüler geöffnet und ihnen später einen Info-Stand für fair gehandelte Produkte in seinen Verkaufsräumen gestattet.

Immer noch erfolgreich ist auch der von den Schülern selbst produzierte Film "Nur zwei Cent". Beim von der Firma Panasonic ausgerichteten Wettbewerb "Kid Witness News" erreichte die Schule deutschlandweit den ersten Platz. In dem Film werben die Düsseldorfer Schokofair-Aktivisten dafür, dass jeder Deutsche zwei Cent pro Tafel Schokolade mehr zahlt. Ein Betrag, der sich pro Jahr auf mehrere Millionen Euro addiert und dabei helfen würde, wenigstens die schlimmsten Formen der Kinderarbeit zu verhindern. "Der Wettbewerb von Panasonic geht in Paris bald in seine letzte Runde. Dann werden Projekte aus der ganzen Welt bewertet. Ich hoffe, dass wir auch im globalen Wettstreit ganz weit vorne landen", sagte Planken. Dass Schokolade nur ein Aspekt des Themas "fairer Handel" ist, machte Löhrmann deutlich. "Es geht um Papier, Kaffee, Tee und nicht zuletzt um fair produzierte Grabsteine."

(RP)