Düsseldorf: Konzept für preiswertes Wohnen greift

Düsseldorf : Konzept für preiswertes Wohnen greift

Vor einigen Monaten einigten sich CDU, Grüne und FDP auf eine Strategie, mit der Investoren verpflichtet werden sollen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Erste Ergebnisse wurden im Planungsausschuss präsentiert und diskutiert.

Knapp ein halbes Jahr nachdem der Stadtrat mit den Stimmen von CDU, Grünen und FDP ein Handlungskonzept für mehr preiswerten Wohnraum beschlossen hat, gibt es erste Erfolge. "Das Handlungskonzept greift und befindet sich in konsequenter Umsetzung", sagte der zuständige Beigeordnete Gregor Bonin gestern im Planungsausschuss.

Das Konzept sieht vor, dass die Stadt bei Projekten mit mehr als 100 Wohneinheiten Investoren über einen städtebaulichen Vertrag verpflichtet, 20 Prozent der Wohnungen öffentlich gefördert und weitere 20 Prozent preisgedämpft, das heißt bis zu einer Miete von 8,50 Euro pro Quadratmeter, zu errichten. Bei allen kleineren Wohnprojekten wird mit Investoren entsprechend dieser Ziele verhandelt, "um so viel wie möglich von der Quote zu erfüllen". Insgesamt seien 3500 Wohneinheiten nach den Kriterien des Handlungskonzepts in Planung.

Neue Wohnbauprojekte Seit dem Ratsbeschluss zum Handlungskonzept Anfang Juni wurden Bauvorhaben mit insgesamt 2420 Wohneinheiten (WE) eingereicht. Nach den Kriterien des Konzepts werden davon 484 Wohnungen öffentlich gefördert sein, ebenso viele sollen im preisgedämpften Segment entstehen. Bereits begonnen wurden Bauprojekte an der Ludwig-Beck-Straße in Mörsenbroich und nördlich der Gerresheimer Landstraße. In Vorgesprächen befindet sich unter anderem das Areal des heutigen Franziskanerklosters (Stadtmitte). Wegen der hohen Kosten sollen die Kriterien bei Umbau von Büros in Wohnraum weniger stringent angewandt werden. Das gilt zum Beispiel für den Umbau des Thyssen-Trade-Centers an der Grafenberger Allee. Mit einer zugesagten Durchschnitts-Miete von unter zehn Euro erfülle der Investor aber auch dort nahezu die Vorgaben, sagte Bonin.

In der Vorplanung Neun Baugebiete mit insgesamt 2150 Wohneinheiten befinden sich laut Bonin in der Vorplanung oder gelten als Baulandreserve. Bei konsequentem Anwenden der Standardquote könnten dort 430 Wohneinheiten öffentlich gefördert und ebenso viele preisgedämpft entstehen.

Laufende Verfahren Bei 15 Gebieten mit insgesamt 6195 Wohneinheiten hat das Bebauungsplanverfahren bereits vor dem Ratsbeschluss im Juni begonnen. Das heißt, die Vorgaben sind nicht verpflichtend, die Stadt hat dennoch mit den Investoren verhandelt. Das Ergebnis: 607 öffentlich geförderte (10 Prozent) und 998 preisgedämpfte Wohnungen (16 Prozent) entstehen. Zuvor seien es jeweils sieben Prozent gewesen. "Das ist ein großer Erfolg", betonte Bonin. Bei dem Bauprojekt "Südlich der Paulsmühlenstraße" (380 WE) seien jetzt 90 Wohneinheiten, 50 mehr als ursprünglich geplant, öffentlich gefördert oder preisgedämpft.

Rechtskräftige Bebauungspläne Deutlich niedriger ist die Quote bei bereits vor Inkrafttreten des Handlungskonzepts geltendem Baurecht: Von den 2855 Wohneinheiten in sieben Baugebieten sind nur zwei Prozent öffentlich gefördert und fünf Prozent preisgedämpft.

Städtische Grundstücke Ist ein Areal im Besitz der Stadt, gilt für die Kriterien des Handlungskonzepts nicht die Untergrenze von 100 Wohneinheiten, das heißt, städtebauliche Verträge können für alle Wohnbauvorhaben geschlossen werden. Dies gelte jedoch nur bei neuen Verfahren, betonte Bonin. Bei laufenden Verfahren hänge es von der Kooperationsbereitschaft des Investors ab.

Weitere Aspekte Das für die Städtische Wohnungsbaugesellschaft zur Verfügung gestellte Geld wurde auf 1,5 Millionen Euro verdoppelt. Mit dem Land will man zudem Ziele für die Förderung von preisgedämpftem Wohnbau vereinbaren.

(RP)