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Düsseldorf: Düsseldorfer Musik wird zur Wissenschaft

Düsseldorf : Düsseldorfer Musik wird zur Wissenschaft

Noch vor wenigen Tagen sagte Midge Ure bei seinem Besuch in Düsseldorf: "Ohne die elektronische Musik aus Düsseldorf hätte es uns gar nicht gegeben." Der frühere Sänger von Ultravox schwärmte von Kraftwerk, Neu! oder La Düsseldorf, so wie schon vor ihm David Bowie oder Iggy Pop. Der Einfluss der Musik aus Düsseldorf ist im Laufe der Jahre stetig gewachsen und spätestens seit der Kraftwerk-Konzertreihe in der Kunstsammlung ist sie museal geworden und Gegenstand wissenschaftlicher Analysen. Ende Oktober nun forscht eine dreitägige Konferenz, die "Electricity" heißen wird, den Ursprüngen der elektronischen Musik aus Düsseldorf nach.

Mit seinem erfolgreichen Buch "Electricity - Elektronische Musik aus Düsseldorf" hat Rüdiger Esch, Bassist der ebenfalls aus Düsseldorf stammenden Die Krupps, der hiesigen Szene ein literarisches Denkmal gesetzt. Zusammen mit Enno Stahl von der Heinrich-Heine-Uni hat er nun die Konferenz organisiert, die dem Phänomen Elektro-Pop aus Düsseldorf am Ort des Geschehens auf die Spur kommen will. Vom 29. bis zum 31. Oktober wird man dem Phänomen mit Vorträgen, Diskussionen und natürlich auch Musik nachgehen. Längst ist die auch zu einem städtischen Markenzeichen geworden. "Wir nehmen Kraftwerk-CDs als Gastgeschenke ins Ausland mit", sagt Hilmar Guckert von Düsseldorf Congress Sport & Event.

In der Kongresshalle auf dem Messegelände, im NRW-Forum und im Zakk werden insgesamt 1000 Besucher erwartet. Vorträge gibt es am Donnerstag und Freitagvormittag im NRW Forum, unter anderen über den "deutschen Mythos" Kraftwerk und die Texte der Band. Peter Hook, der mit den Bands Joy Division und New Order berühmt wurde, spricht am Donnerstagnachmittag über die Einflüsse deutscher Musik. Am Freitagmorgen kommt Stephen Malinder von der Elektro-Band Cabaret Voltaire aus Sheffield, der inzwischen einen Doktortitel trägt. Thema seines Vortrags: "Industrial: I like Düsseldorf and Dusseldorf likes Me".

Auch der politische Hintergrund der Düsseldorfer Musik soll Gegenstand der Vorträge werden, kündigen die Veranstalter an. Denn die elektronische Musik galt ja als Abgrenzung zum angloamerikanischen Rock mit seinen Blues-Wurzeln und seiner heißen Emotionalität. Bei Kraftwerk war alles kühler.

Bei den Konzerten - die Tickets kosten je 20 Euro - bekommen die Gäste den Soundtrack zur Theorie. Zum Auftakt spielen am 29. Oktober Heaven 17 im Zakk ihr erstes Konzert in Düsseldorf. Anschließend legt Daniel Miller auf, der Gründer des legendären "Mute"-Labels und Manager von Depeche Mode. Am 30. Oktober tritt Michael Rother im Congress Center auf. Rother gründete einst zusammen mit Klaus Dinger die Band Neu!. Am Vormittag schon hält übrigens der englische Journalist David Stubbs den passenden Vortrag: "Neu! Klaus Dinger and the motorik beat."

Motorische Beats wird es auch von DAF-Drummer Robert Görl am 31. Oktober im Congress Center geben. Anschließend legt Rusty Egan vom legendären Londoner Club Blitz auf.

INFO Alle Vortragsthemen, Konzerte und genauen Zeitpläne sind nun unter www.electricity-conference.com/de abrufbar.

(RP)