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Kinderhospiz und Stadt Düsseldorf können sich nicht einigen

Verkehr in Düsseldorf : Kinderhospiz und Stadt können sich nicht einigen

Die Torfbruchstraße soll einen Radweg erhalten. Dadurch würden Parkplätze wegfallen, die das Regenbogenland dringend benötigt.

Auf der Torfbruchstraße will die Stadt zwischen Sulzbachstraße und Dreher Straße einen Radweg bauen. Das geht in der Regel nicht ohne den Wegfall von Parkplätzen, weil der Straßenraum sonst nicht ausreicht, und so ist es auch in diesem Fall. 25 sind es, auf die verzichtet werden muss, aus Schräg- werden Längsparkplätze, statt 40 wird es dann nur noch 19 Stellflächen geben. Das Problem ist nur, dass sich diese Parkplätze ausgerechnet am Kinderhospiz Regenbogenland befinden, auch der gegenüberliegende Kleingartenverein ist betroffen.

Der Förderverein der Einrichtung zeigte sich, gelinde gesagt, irritiert. Die ohnehin wenigen Parkplätze, die natürlich auch von den Anwohnern der Torfbruchstraße in Anspruch genommen werden, würden dringend für Mitarbeiter, die zum Großteil weite Anreisen in Kauf nehmen müssten, benötigt. Ebenso sei es Familien, die ihre todkranken, oft auf den Rollstuhl angewiesenen Kinder zum Regenbogenland bringen, nicht zuzumuten, weit weg von der Einrichtung zu parken.

Also lud sich der Förderverein die Stadt ins Haus ein, um die Kuh vom Eis zu holen. Ergebnis: „Es war für uns ziemlich ernüchternd“, sagt der Vorstandsvorsitzende des Fördervereins, Norbert Hüsson. Das einzige Angebot des Projektleiters habe gelautet, dass man zwar weitere Stellplätze für das Regenbogenland reservieren könnte, diese dann aber den Nachbarn weggenommen würden. „Das wollten wir nicht, die Parksituation ist hier schon angespannt genug“, so Hüsson.

Das Argument, schon jetzt würde das Kinderhospiz die bereitgestellten Parkflächen gar nicht immer nutzen, lässt Hüsson nicht gelten. „Wir motivieren Mitarbeiter, wenn möglich mit dem Rad zu kommen, haben uns auch ein Elektro-Fahrrad für Einkäufe angeschafft und denken darüber nach, ein E-Mobil zu kaufen, wo jetzt ja ohnehin eine Stromtankstelle vor der Tür ist. Das kann doch jetzt nicht zum Boomerang werden“, wundert sich der Fördervereinsvorsitzende.

Dennoch ersetze Elektromobilität nicht das Auto, „wenn Mitarbeiter aus Gelsenkirchen oder Essen kommen, wir sind auf jeden angewiesen, der Fachkräftemangel in der Pflege ist groß“, sagt Bernd Breuer, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins. „Es gibt hier eine gewachsene Infrastruktur, viele fahren mit dem Rad, auch die Anwohner. Deswegen schaffen sie aber nicht ihr Auto ab, also müssen sie es auch irgendwo abstellen“, sagt Pflegedienstleiter Christian Wiesner. Seine Idee, auf den schmalen Gehweg entlang des Kleingartens zu verzichten („Den nutzt eh’ keiner“), um so dem Straßenraum mehr Platz zuzusprechen und die Schrägstellplätze zu erhalten, habe den Verkehrsplaner nicht überzeugt.

Alle Betroffenen im Regenbogenland gingen davon stark aus, dass jeder Radfahrer, der vom Staufenplatz zur Dreherstraße will, es vorzieht, durch den Ostpark zu fahren, statt die verkehrsreiche Torfbruchstraße zu wählen. „Der Projektleiter meinte jedoch, der neue Radweg sei eine Angebotsplanung – also nach dem Motto, wenn er da ist, wird er bestimmt auch angenommen“, berichtet Wiesner. „Auch wenn am Pöhlenweg ohnehin Schluss ist“, ergänzt Hüsson ironisch.