1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Düsseldorf: Offenbar kaum Kontrollen gegen Steingärten

Klimawandel in Düsseldorf : Offenbar kaum Kontrollen gegen Steingärten

Die Politik möchte gegen Steingärten vorgehen. Dafür gibt es sogar seit 1978 eine rechtliche Grundlage.

Steingärten stehen in der Kritik – auch die Kommunalpolitik in Düsseldorf will darauf hinwirken, dass Hauseigentümer verpflichtet werden, Grün in ihren Vorgärten zu schaffen. Dies soll das Stadtklima verbessern. Der Stadtrat hat daher im Frühjahr die Verwaltung aufgefordert, nach Instrumenten zu suchen, um auf eine „möglichst ökologische und klimaangepasste Gestaltung“ von privaten Gärten hinzuwirken.

Düsseldorf verfügt schon seit 1978 über eine Regelung, um Druck auf Eigentümer zu machen. Daran erinnerte jetzt die Linkspartei, die mit einer Anfrage im Umweltausschuss erfahren wollte, wie es um die Kontrolle dieser sogenannten Vorgartensatzung steht, die unter anderem vorsieht, dass Eigentümer nach Möglichkeit Bäume in ihren Gärten pflanzen sollen und diese nicht komplett für Stellplätze versiegeln dürfen.

Von der Stadtverwaltung hieß es als Antwort, man berate Eigentümer bei Genehmigungsverfahren zu den rechtlichen Vorgaben und schreite ein, wenn Verstöße gemeldet werden. Allerdings finden offenbar kaum Kontrollen statt. „Eine flächendeckende Kontrolle ist mit Blick auf die Größe des Stadtgebietes nicht möglich“, heißt es in der schriftlichen Antwort auf die Anfrage. Wie viele Verstöße gegen die Vorgartensatzung angemahnt wurden, blieb unklar. Laut Amt wird darüber keine Statistik geführt. Ein Problem ist nach Angaben der Verwaltung zudem, dass die Satzung nicht gerichtsfest ist – und daher komplett überarbeitet werden muss. Dabei könnten die Wünsche der Politik nach zusätzlichen Handlungsmöglichkeiten berücksichtigt werden.

Hintergrund ist, dass die Zahl der Steingärten zugenommen hat. Eine Gestaltung des Vorgartens mit Beton, Schotter oder Steinen ist nicht nur eine Geschmacksentscheidung, sondern erspart auch Gartenarbeit. Im Zuge der Klimadiskussion sind die Steingärten in die Kritik geraten. Angesichts der Hitze in den letzten beiden Sommern und Prognosen über eine Klimaerwärmung sollen Großstädte besser auf extreme Hitzeperioden eingestellt werden, auch Düsseldorf hat ein sogenanntes Klimaanpassungskonzept.

Dabei kommt Privatgärten eine wichtige Rolle zu: Nicht versiegelte Grünflächen sorgen für Abkühlung und sollen vermehrt geschaffen werden. Die Steingärten laufen diesem Ziel entgegen. Der Stadtrat hatte im Mai einstimmig beschlossen, dass die Verwaltung mehr dagegen tun soll.

(arl)