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Düsseldorfer Uni entwickelt stationäres Reha-Programm für Single-Eltern

Projekt an der Düsseldorfer Uni : Neues Reha-Programm für Single-Eltern

Bildungsministerium fördert Entwicklung eines Angebots, das auf Bedürfnisse der Mütter und Väter eingeht.

(semi) Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gestaltet sich für viele Alleinerziehende besonders schwierig. Single-Mütter oder -väter müssen den Alltag, die Haushaltsführung und Kindererziehung alleine organisieren und stemmen, in vielen Fällen sich selbst um das Einkommen der Familie kümmern. In neun von zehn Fällen ist die Mutter der alleinerziehende Elternteil, sie und ihre Familien sind auch besonders armutsgefährdet.

Nachvollziehbar, dass Alleinerziehende stärker als Paare unter besonderen Belastungen leiden, die sich sogar negativ auf die Entwicklung ihrer Kinder auswirken können. Um betroffene Elternteile zu unterstützen, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung ab diesem Jahr an der Uniklinik Düsseldorf die Entwicklung und Einrichtung eines erweiterten stationären Programms, genannt „wir2-Reha“, das zusammen mit der Deutschen Rentenversicherung, dem Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. und kooperierenden psychosomatischen Rehabilitationskliniken umgesetzt werden soll. Dafür stellt das Ministerium 848.000 Euro für vier Jahre bereit.

Das Programm soll innerhalb der sechswöchigen stationären, psychosomatischen Rehabilitation eingesetzt und im Vergleich zum bestehenden psychotherapeutischen Standardangebot in den beteiligten psychosomatischen Rehabilitationskliniken evaluiert werden. Untersucht werden vor allem die Effekte auf die mütterliche Depression, die Arbeitsfähigkeit der Mütter und ein mögliches Problemverhalten der Kinder. Das Institut für Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomie an der Düsseldorfer Uniklinik, geleitet von Professorin Andrea Icks, evaluiert zudem die gesundheitsökonomischen Auswirkungen wie medizinische Wirksamkeit und wirtschaftliche Effekte.

Nach erfolgtem Wirksamkeitsnachweis sollen mit der Deutschen Rentenversicherung die Voraussetzungen geschaffen werden, „wir2-Reha“ in weiteren psychosomatischen Rehabilitationskliniken einzuführen, um bundesweit das Angebot der bedarfsorientierten, psychosomatischen Rehabilitation für die gesundheitlich hochbelastete Zielgruppe der Alleinerziehenden zu stärken. „Wir sind seit Jahren auf dem richtigen Weg, diese Gruppe mit auf ihren Bedarf zugeschnittenen Angeboten – wissenschaftlich fundiert – zu unterstützen“, sagt Professor Matthias Franz, der 2014 bereits das Training für ambulante Reha-Maßnahmen entwickelt hatte.