Barbie in einer Ausstellung Ratingen

Tipp für Spielzeugliebhaber : Mit Barbie durch 60 Jahre Mode- und Berufsleben

Bettina Dorfmann zeigt in der Ausstellung „Busy Girl –Barbie macht Karriere“ die Entwicklung der beliebten Puppe.

Wie fast jedes Mädchen spielte sie als Kind mit Barbies. Dann gerieten die Puppen in Vergessenheit. Aber vor einem Vierteljahrhundert – da war sie bereits Mutter einer kleinen Tochter – entdeckte Bettina Dorfmann in einem Souvenirladen in Dänemark zwei historische Barbies und kaufte sie. „Nicht für meine Tochter, sondern für mich“, sagt sie und holte zu Hause ihren Koffer mit den alten Barbies hervor. Da waren einige Puppen kaputt. Dorfmann machte sich kundig, reparierte sie – und begann zu sammeln.

Nun gilt Dorfmann als absolute Expertin. Sie steht gleich mehrfach im Guinessbuch der Rekorde: unter anderem für den Besitz von mehr als 18.000 Barbies und Kens. Und sie hat mit Puppenexpertin Karin Schrey vor 15 Jahren eine Ausstellung konzipiert, die noch bis 1. März im Trinsenturm in Ratingen zu sehen ist. Auf drei Etagen des unter Denkmalschutz stehenden Mauerwerks von 1480 erlebt der Besucher die Welt und die Entwicklung der Barbie-Puppe aus 60 Jahren. Denn so alt ist inzwischen die schlanke Dame. „Busy Girl – Barbie macht Karriere“ lautet der Titel der Ausstellung.

Was es zu sehen gibt In Dutzenden von Glasvitrinen stehen die meist 28 Zentimeter großen Puppen hübsch drapiert. Mal stehend, mal sitzend und fast immer mit nettem Beiwerk – vom Flugzeug (Barbie als Stewardess) bis zum roten Ferrari (Barbie als Rennfahrerin). Denn Barbie ist nicht gleich Barbie. Im Ambiente des Spielzeugmuseums im Trinsenturm bekommt der Besucher noch einmal einen ganz neuen Blick auf die Puppe — von vielen geliebt, von anderen gehasst.

Was sich lohnt Der Besucher sollte in der obersten der drei Etagen mit der Besichtigung beginnen. Auf dem Weg nach oben begegnet er auch dem Original: Lilli, die Ruth Handler, Mitbegründerin der Firma Mattel, bei einem Europa-Aufenthalt entdecke und nach deren Vorbild sie Barbie schuf. Die erste Barbie steht selbstverständlich neben Lilli. Ein absoluter Blickfang.

Seit der ersten Barbie hat sich das Bild der Frau und somit auch der Puppen verändert. Aus der schmalhüftigen Puppe mit dünnen Beinen und mit der ausladenden Oberweite ist inzwischen sogar eine kräftige Dame geworden. Beispielweise jene als Fernsehmoderatorin, wo sie ein paar Pfunde zuviel drauf hat, während ihre Kamerafrau noch schlank und rank ist.

Barbies Berufsleben hat sich gewandelt. Diese Ausstellung zeigt sie als Astronautin ebenso wie als Tierärztin oder Archäologin. Aber keine Barbie ohne aufwendige, tolle Abendroben.

Für wen ist die Schau geeignet Natürlich für kleine und große Mädchen und Barbie-Liebhaberinnen jeden Alters. Aber darüber hinaus bietet die Ausstellung auch einen Blick in die Geschichte – in mehrfacher Hinsicht. Ganz klar ist der Modetrend: von der Rock’n’Roll-Zeit mit Petticoat und Pferdeschwanz über die modebewusste Dame bis zum Disco-Look der 1970er- und der Fitness-Welle der 1980er-Jahre. Im Laufe der Jahre emanzipiert sich Barbie zur Frau, der alle Berufe offenstehen – selbst der des Präsidenten. Die Aktualität spielt beim Hersteller Mattel auch eine Rolle. Nach der Diskussion ums Bienensterben gibt es Barbie übrigens auch als Imkerin.

Sonderveranstaltungen Bettina Dorfmann gibt Führungen, Workshops und ist auch als Puppen-Restauratorin aktiv.

INFO Spielzeugmuseum im Trinsenturm, Ratingen, Wehrgang 1, geöffnet samstags und sonntags, 11 bis 17 Uhr. Eintritt 1,50 Euro, Telefon 02102 5504180 oder Bettina Dorfmann, Telefon 0211 765469, mobil 0171 9340382 oder per E-Mail an bettina.dorfmann@t-online.de