FFT Düsseldorfer feiert 20. Geburtstag

Theatergeburtstag : Es gibt nur ein FFT

Das Theater feiert seinen 20. Geburtstag. Zum Jubiläum gab es eine Feier und lobende Worte von Offiziellen.

Auf der Leinwand verläuft sich eine Künstlerin, gespielt von Tümay Kılınçel vom Amuse Collective, in Gängen, Büros und WC-Räumen: Der Titel „Das FFT ist...“ verrät, in welchen Räumen sie sich befindet. Aber was ist das FFT, Forum Freies Theater, eigentlich? „Hier passieren ziemlich wahnsinnige Sachen“, sagt eine Stimme aus dem Off. Die Künstlerin schlägt Schlagzeugstöcke aneinander, plötzlich sind wir im Raum mit einem Musiker, der das Ständerbecken bedient, dann ist die Künstlerin mit ihm im Raum, sie tanzen, eng miteinander verschlungen.

Der Film ist eine abgehobene Antwort auf eine einfache Frage. Zum Glück nahmen zur 20-Jahr-Feier Mitwirkende des FFT dem Publikum die Interpretationsarbeit ab: Am Abend erzählten Verteter des FFT, der freien Künstlerszene und der Stadt, was ihrer Meinung nach das Forum auszeichnet. Dabei erinnerten sie an ihre Erfahrungen seit der Gründung in 1999.

Seit 20 Jahren stellt das FFT ein Zuhause für die freie darstellende Kunst in Düsseldorf dar. Künstler erhalten hier eine Bühne, Unterstützung in ihren Produktionen und einen Ort zum Vernetzen. Bettina Milz, Referatsleiterin Theater und Tanz, hob in ihrem Grußwort hervor, dass die Unterstützung dafür sorgen soll, dass „freie Künstler auch Familien gründen“ können. Auch Oberbürgermeister Thomas Geisel begrüßte es, dass Künstler durch das FFT immer wieder verschiedenen Stellen „Geld abschwatzen“ können, da die Freie Szene dazu neige, „ein bisschen was von Selbstausbeutung“ an den Tag zu legen.

In einer Gesprächsrunde unterhielten sich mit Carena Schlewitt, ehemalige Dramaturgin des FFT, Jürgen Mühle, FFT-Vorstandsmitglied, und Marianne Schirge, Leiterin des Kulturamats, drei Leute, die das FFT von Anfang begleitet haben. Damals lief nicht alles reibungslos. Schirges Erinnerungen seien von den Baumaßnahmen während der Gründung überschattet. Katja Grawinkel-Claassen meinte, das aktuelle Team könne da mitfühlen – immerhin wird gerade am Konrad-Adenauer-Platz der dritte Standort des FFT fertiggestellt. Schirge erkannte aber eine Notwendigkeit für den Aufwand: „Es fehlte ein Ort für die freie Szene“, sagte sie. Schlewitt sah die Wahl des Juta und der Kammerspiele als Kompromisslösung, die „nicht ideal Räume“ für Künstler seien. Aber sie fände, heute sei das FFT „ein Ort, wo man sich zuhause fühlt mit der Kunst“.

Alice Ferl und Alexander Karschnia, beide Künstler in der freien Szene, moderierten den Abend. Ferl hatte schon 1999 im FFT als Schülerin mitgewirkt. Die Band Half Past Selber Schuld unterhielt mit lustigen Songs und steuerte ihre eigenen Weisheiten hinzu: „Es gibt hammer viele Kammerspiele, aber es gibt nur ein FFT!“

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