„Germany’s Next Topmodel“ in Düsseldorf: Linke gegen Heidi Klum

„Germany’s Next Topmodel“ in Düsseldorf : Linke wollen Finale in städtischen Gebäuden verbieten

Die Linke fragte am Dienstag im Düsseldorfer Gleichstellungsausschuss, ob Veranstaltungen wie „Germany’s Next Topmodel“ in städtischen Gebäuden untersagt werden können. Die Politiker halten das Format für frauenfeindlich.

Geht es nach den Linken im Düsseldorfer Gleichstellungsausschuss muss sich Heidi Klum für das Finale ihrer Sendung „Germany’s Next Top Model“ (GNTM) künftig nach einem neuen Austragungsort umschauen. Nach Einschätzung der Fraktion werden Frauen in dem Wettbewerb als „Ware“ behandelt. Im Ergebnis münde das Format in der „Darstellung eines neuen Sexismus, dem sich die Frauen angeblich freiwillig unterwerfen“. Zweimal, zuletzt im Mai 2019, hatte das Finale von GNTM im Düsseldorfer ISS Dome stattgefunden.

Die Sendung schaffe, so die Linke, unter dem Vorwand, Frauen auf das harte Model-Business vorzubereiten, einen Raum, „die Teilnehmerinnen dauerhaft öffentlich zu demütigen“. Das Format sende aus Düsseldorf eine falsche Botschaft ins Land. Die Ratsfraktion wollte deshalb am Dienstag wissen, ob Veranstaltungen, „die gegen die gendergerechte Darstellung von Rollenbildern verstoßen“, untersagt werden können. In der Sitzung wurde deutlich, dass die Chancen dafür schlecht stehen. Sicher verstoße das Casting „nicht gegen geltendes Recht“, meinte Gleichstellungsbeauftragte Elisabeth Wilfart. Dennoch äußerte sie Kritik. Es lasse sich „empirisch nachweisen“, dass nach solchen Castings „die Zahl der Essstörungen ansteigt“. CDU-Ratsherr Andreas Auler warnte davor, den Bogen zu überspannen. Es gebe keine Grundlage, auf der man die Vermietung der Halle verhindern könne. „Ein solches Verbot würde mir zu sehr nach George Orwell und Gedankenpolizei riechen – unabhängig von berechtigter Kritik.“

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