Düsseldorf: Ein Geschenk für die Andreaskirche

Düsseldorf: Ein Geschenk für die Andreaskirche

In neun verschiedenen Sprachen konnten sich internationale Gäste bisher über die Andreaskirche informieren. Nun kam die zehnte Sprache hinzu - eine besondere Geste der wachsenden chinesischen Gemeinschaft in Düsseldorf.

Dreischiffige Emporhalle, Grablege der Düsseldorfer Wittelsbacher, Prachtsarkophag des Kurfürsten Jan Wellem: Wie soll man all diese Ausdrücke nur in das Chinesische übersetzen? Mit eben dieser Frage hat sich das Düsseldorf China Center (DCC) befasst. Das Ergebnis in Form eines Führers für die Andreaskirche überreichte die chinesische Gemeinde dem Konvent der Dominikaner als besonderes Geschenk.

In neun Sprachen konnten internationale Gäste sich bisher über die ehemalige Hofkirche und Grablege von Jan Wellem informieren. "Wir leben aus einer Geschichte heraus, die man verstehen muss", begründet Pater Elias Füllenbach, Prior des Dominikanerkonvents, warum die internationalen Faltblätter so beliebt sind. "Die Andreaskirche ist nicht nur ein historischer Platz, sondern auch ein Ort der Begegnung mit Gott und mit anderen Menschen", sagt Füllenbach, der auch Rektor der Andreaskirche ist. Auch Oberbürgermeister Thomas Geisel, der bei der Übergabe des Geschenks ein Grußwort an die Gäste richtete, war begeistert. "Die Verbindung von Gastfreundlichkeit und Heimatverbundenheit an so einem bedeutenden historischen Ort passt hervorragend zu unserer Stadt", sagte er.

Für das Faltblatt gibt es gute Gründe: So ist die Zahl der chinesischen Gäste in den vergangenen Jahren gewachsen. Bereits Anfang 2017 hatten die ehrenamtlichen Kirchenführer vorgeschlagen, ein Faltblatt auf Chinesisch zu erstellen, nachdem es bereits eines auf Japanisch gab. Füllenbach war von der Idee angetan und nahm Kontakt mit Walter Schuhen vom DCC auf. "Ich habe sofort zugesagt. Wir wollen ein aktiver Bestandteil der Stadtgesellschaft sein", meint Schuhen. Um sich am Stadtleben zu beteiligen, eigne sich kaum ein Ort besser als die Andreaskirche, sagt er.

  • Mönchengladbach : Wer Chinesisch lernt, ist international

Dabei war die Entstehung des Infoblattes alles andere als leicht: "Die vielen architektonischen Begriffe und Eigennamen sind einfach nicht eins zu eins zu übersetzen", sagt Schuhen. Nach vielen Monaten Arbeit mit zahlreichen überarbeiteten Versionen existiert nun ein Faltblatt, das auf den ersten Blick ein wenig kurios anmutet: Denn neben hunderten chinesischen Zeichen und dem Grundriss der Andreaskirche tauchen immer wieder Eigennamen wie Jan Wellem oder Heinrich Lauenstein in Deutsch auf.

In jedem Fall ist der chinesische Kirchenführer eine besondere Geste. "Die Situation für unsere Ordensmitglieder in China ist nicht leicht", sagt Füllenbach. Bereits seit den 1930er Jahren war die deutsche Ordensprovinz der Dominikaner in China präsent. Wegen Unruhen seien die Ordensbrüder in den 1990er Jahren jedoch nach Taiwan gegangen. Umso erfreuter ist der Prior über das Geschenk der hiesigen Community. "Wir wollen für alle Menschen da sein, deshalb ist es gut möglich, dass wir die Kooperation mit dem Chinacenter noch ausweiten", sagt Füllenbach.

(RP)