Düsseldorf: Düsseldorfs schönste Schrebergärten

Düsseldorf : Düsseldorfs schönste Schrebergärten

Versteckt hinter hochgewachsenen Hecken oder von Kletterpflanzen umrankten Toren liegen die privaten Refugien der Großstädter. Ein Buch zeigt die beeindruckende Vielfalt der Wohlfühloasen in prächtigen Bildern und Texten.

Für viele Düsseldorfer ist ihr Kleingarten mehr als ein paar Quadratmeter Natur: Es ist ein Zuhause, ein intimes Refugium, in das man sich nach der Arbeit oder am Wochenende zurückzieht, um sich von der Großstadt-Hektik und dem Alltagsstress zu erholen und Kraft zu tanken. Verborgen hinter hohen Hecken oder mit Kletterpflanzen umrankten Toren bearbeitet man in ausgebeulten Hosen und ausgeleierten T-Shirts oft stundenlang mit Harke oder Gartenschere sein kleines Stück vom Paradies und belohnt sich nach Sonnenuntergang mit einem Glas Wein.

Kein Garten gleicht dem anderen, und jeder ist etwas besonderes: Das zeigt das Buch von Fotograf Wolfen Schulz und Stylistin Elke Scherping. In "Mein schöner Schrebergarten" präsentieren sie einige der prächtigsten Gärten der Stadt und nehmen den Leser mit auf eine abwechslungsreiche und spannende Reise. Sie zeigen geheimnisvolle Waldgärten mit Koniferen, selbst gebaute Holzlauben versteckt im Dickicht von meterhohen Bambushalmen und natürlich auch Gärten mit Rosen, soweit das Auge schaut, mit Obstbäumen und -sträuchern oder Kräuter- und Gemüsebeeten.

Die Idee, in einem Buch die Düsseldorfer Kleingärten, vor allem die am Rhein zwischen Oberkasseler- und Theodor-Heuss-Brücke zu zeigen, entstand bei einem Spaziergang im vergangenen Sommer, sagt Schulz. Dabei entdeckten Schulz und Scherping den "Dschungel" am Rhein — und waren begeistert.

Die meterhohen Hecken und zugewachsenen Tore und Eingänge ließen Scherping und Schulz allerdings erst davor zurückschrecken, auf die Gärtner zuzugehen. "Doch wir wurden überrascht, man hieß uns sofort willkommen", sagt Elke Scherping. Bei Wein und Kaffee erfuhren Scherping und Schulz mehr über die Geschichte der Gärten — und ihrer Besitzer.

So entstanden Geschichten, in denen von Gärten erzählt wird, die seit 100 Jahren in Familienbesitz sind, oder von Düsseldorfern, die ihren Garten und ihre Laube im französischen Stil gestalteten und deren Gärten nach Lavendel duften. Auch die Vielfalt der Gartenlauben beeindruckt. So kann man zum Beispiel ein Gartenhaus im Stil eines englischen Cottages entdecken oder ein selbst gebautes Holzhäuschen hinter üppig wachsendem Chinagras. Dass einige dieser Paradiesgärten am Rhein mit ihren wunderbaren Lauben nach und nach verschwinden werden, aus Hochwasserschutzgründen oder weil die Stadt nur noch Ziergärten haben will, ruft beim Anblick der prächtigen Bilder und charmanten Geschichten Bedauern hervor.

Dass Schrebergärten geschützt werden sollten und alles andere als spießig sind, ist eine Entdeckung, die Wolfen Schulz und Elke Scherping bei ihren vielen Düsseldorfer Spaziergängen machen konnten. Und so haben sich die beiden inzwischen auch eine Parzelle in der Stadt zugelegt, wo sie sich nun ihr eigenes Refugium einrichten wollen.

Dort könnten sie dann vielleicht hinter hoch gewachsenen Sträuchern oder imposanten Bäumen auch an ihrem neuen Buch-Projekt arbeiten: Die beiden möchten die Bauerngärten in der Region zeigen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das sind die schönsten Schrebergärten in Düsseldorf

(semi)