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Düsseldorf: Rheinbahn hält an E-Bussen trotz Brandserie fest

Feuer zerstörte 38 Busse : Düsseldorfer Rheinbahn hält trotz Brandserie an E-Bussen fest

Nicht nur in Düsseldorf, sondern auch in Hannover und Stuttgart haben Busdepots gebrannt. Immer waren dort auch E-Busse abgestellt. München legt nun Fahrzeuge vorerst still. Die Rheinbahn entscheidet anders – und verweist auf ein bislang unbekanntes Ergebnis des Brandgutachtens.

Die E-Busse waren nach den bisherigen Ermittlungen nicht der Auslöser für den verheerenden Brand im Heerdter Bus-Depot der Rheinbahn. Dieses bislang nicht bekannte Ergebnis des Brandgutachtens teilte die Rheinbahn auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Kostenpflichtiger Inhalt Das polizeiliche Gutachten und auch ein weiteres im Auftrag des Unternehmens konnten die Ursache für das Feuer in der Nacht zum 1. April, bei dem insgesamt 38 Busse zerstört wurden, nicht mehr zweifelsfrei klären. Allerdings ließen sich die acht E-Busse als Verursacher offenbar ausschließen.

Der Gutachter argumentierte demnach mit den Angaben zum zeitlichen Ablauf. Noch als die Brandmelder schon angeschlagen hatten, luden die Busse für einige Zeit weiter ihre Akkus, erst später stoppten sie diesen Vorgang wegen Überhitzung. Das wird nun als Beleg dafür gewertet, dass das Feuer in einem anderen Teil der Halle ausgebrochen ist, in dem auch verschiedene Modelle mit Diesel-Antrieb abgestellt waren.

Feuerwehrsprecher über den Brand in der Rheinbahn-Halle in Düsseldorf

Von Anfang an hatte es Gerüchte gegeben, dass ein Problem mit den E-Bussen die Ursache war, wohl auch aus Misstrauen gegen die neue Technologie. Nun spitzt sich diese Debatte bundesweit zu. Denn auch in Hannover und Stuttgart ereigneten sich kürzlich Brände in Busdepots.

Die Ermittler in Stuttgart gehen derzeit davon aus, dass das Feuer in der vergangenen Woche beim Laden eines E-Busses entstanden sein könnte. Die Ursache des Feuers in Hannover im Juni war wie auch in Düsseldorf nicht mehr zweifelsfrei zu klären, auch in dieser Halle standen aber unter anderem E-Busse.

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Die Münchener Verkehrsbetriebe haben nun als Reaktion entschieden, E-Busse des in Stuttgart genutzten Typs zur Sicherheit vorerst aus dem Betrieb zu ziehen. Die Rheinbahn nutzt Fahrzeuge von anderen Herstellern und sieht bislang keinen Grund für Konsequenzen für den Betrieb. Sie verweist in diesem Zusammenhang auch auf die Ergebnisse des hiesigen Brandgutachtens.

Ohnehin handelt es sich in Düsseldorf derzeit um eine eher nebensächliche Frage: Acht der zehn kürzlich erst gekauften E-Busse des spanischen Herstellers Irizar waren bei dem Feuer zerstört worden. Neben den zwei verbliebenen aus dieser Serie verfügt das Unternehmen derzeit nur noch über zwei ältere Modelle des Herstellers Solaris.

Die Rheinbahn soll aber künftig noch viel stärker auf Elektromobilität setzen – sie gilt als wichtiger Baustein in den Konzepten für Klimaschutz und bessere Luftqualität. Das Geld, das die Versicherung für den Brand in Heerdt zahlt, soll daher in den Kauf von 60 E-Fahrzeugen fließen, davon zehn mit Wasserstoffantrieb.

Bei dem Feuer in der Nacht zum 1. April waren 38 Busse zerstört worden, darunter auch abgasarme Diesel-Fahrzeuge der neusten Generation. Auch die modernen Diesel verfügen über einige elektrische Komponenten, daher gelten auch sie als möglicher Verursacher. Die Gutachter schlossen Brandstiftung aus, eine genauere Festlegung gelang auch nach der Untersuchung der Trümmer nicht mehr.

Korrektur: In einer vorherigen Version dieses Artikels hatte es geheißen, die Münchener Verkehrsbetriebe ziehen alle E-Busse aus dem Betrieb. Betroffen ist aber nur das auch in Stuttgart genutzte Modell.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Großbrand in Rheinbahn-Abstellhalle in Düsseldorf