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Bauprojekte in Düsseldorf: Der Kö-Bogen zeigt Kurven

Bauprojekte in Düsseldorf : Der Kö-Bogen zeigt Kurven

Der Rohbau der beiden Liebeskind-Häuser auf dem Jan-Wellem-Platz hat fast seine vollständige Form und Höhe erreicht. Anfang September werden die ersten Teile der Fassade montiert. Die meisten Mieter stehen auch schon fest. Ein Rundgang über die Baustelle im Herzen der Stadt.

Gerade mal fünf Monate ist es her, dass beim Projekt Kö-Bogen die beiden Neubauten auf dem Jan-Wellem-Platz aus der riesigen Baugrube heraus und oberirdisch in die Höhe wuchsen. Jetzt sind die nach einem Entwurf des US-Architekten Daniel Libeskind schon Teil des Stadtbilds. Die Höhe von 26 Metern haben sie in Teilen bereits erreicht, ihre Form, die von jeder Seite einem anderen Konzept folgt, ist deutlich zu erkennen: Zum Schadowplatz hin schlägt die Fassade sanfte Wellen. Zum Hofgarten hin ist sie geometrisch, durchbrochen von Einschnitten, sogenannten Cuts, die bepflanzt werden. 150 Bauarbeiter sind derzeit im Einsatz. Und selten war ein Bauprojekt dieser Größenordnung so im Zeitplan: "Wir haben ein perfektes Timing", freut sich Stefan Mühling, Chef des Projektentwicklers "Die Developer". Am 21. September wird Richtfest gefeiert, mit dabei wird Architekt Libeskind sein. "Mit diesem Projekt wird ein Traum wahr", sagt er. Im Herbst 2013 ist Eröffnung.

MIETER Fest steht, dass in das dem Dreischeibenhaus zugewandte, sogenannte Hofgarten-Haus das Edel-Warenhaus Breuninger in die unteren vier Etagen einzieht. Die oberen zwei sind für Büros vorgesehen. Wer dort einzieht, steht noch nicht fest. Trotz tausender Behelfsstützen aus Stahl ist im Erdgeschoss zu erkennen, wie offen die Räume gestaltet sind: Nur alle 16 Meter steht eine Säule, die Geschosshöhe beträgt 5,50 Meter, in den höheren Etagen drei bis vier Meter.

Im der Königsallee zugewandten Kö-Haus zieht in die oberen drei Geschosse Boston Consulting ein, die unteren drei Geschosse sind für Gastronomie und Einzelhandel vorgesehen. Wer die Mieter sind, darüber schweigt sich Mühling nach wie vor aus. Es gilt inzwischen aber als offenes Geheimnis, dass wohl ein Apple Store dabei sein wird. Ein Hinweis: Zum Schadowplatz hin ist die Fassade durchbrochen, ein gläsernes Kubus wird sich dort wohl über zwei Etagen ziehen. Er gilt als typisches architektonisches Merkmal der Apple Stores.

GASTRONOMIE Im Eckbereich zum Hofgarten ist in beiden Häusern Gastronomie mit Außenterrasse vorgesehen: ein Café von etwa 80 Quadratmetern im Hofgarten-Haus, ein Restaurant von bis zu 300 Quadratmetern in Erdgeschoss und erster Etage des Kö-Hauses. Von beiden blicken die Gäste auf den Hofgarten und die Landskrone.

BEPFLANZUNG Die Einschnitte in der Nord-West-Fassade sind bis zu 25 Meter lang, fünf Meter hoch und zwei Meter tief. Einige bilden den Eingangsbereich für die Büros, andere werden später bepflanzt. "Wir sind in der finalen Abstimmung zwischen Düsseldorf und New York", sagt Mühling. Libeskind werde dabei mit einem Planer aus der Region arbeiten.

DURCHGANG Zwischen den beiden Bauten ist eine Passage von zehn bis zu 20 Metern Breite vorgesehen. Durch die kann man vom Schadowplatz direkt zum Hofgarten blicken. In 16 Metern Höhe wird sie von einer dreigeschossigen Brücke überspannt. Sie verbindet auf zwei Etagen die Gebäude, ganz oben ist eine Dachterrasse geplant.

BESONDERHEITEN Um die Konstruktion möglichst leicht und frei von stützenden Säulen zu halten, werden die Decken in einem Cobriax-System aus etwa 3000 Kugeln, jeweils etwas größer als ein Medizinball, errichtet. Für Stabilität sorgen zudem Stahlträger mit extra starken Schweißnähten.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kö-Bogen: Eine Chronik in Bildern

(RP)