Schulschach in Rommerskirchen boomt

Rommerskirchener Schulschachmeisterschaften : Wenn kleine Großmeister den König jagen

Der neunjährige Moritz Kelleter von der Gillbachschule Rommerskirchen ist der neuer Schulschachmeister der Gemeinde.

Seit bald 15 Jahren ist es gute Tradition: Neigt sich das Schuljahr langsam dem Ende zu, werden in der Gemeinschaftsgrundschule Frixheim die Rommerskirchener Schulschachmeisterschaften ausgetragen. 42 Jungen und Mädchen schickten sich gestern an, den gegnerischen König Matt zu setzen, wobei das Turnier mit einem triumphalen Erfolg der Gillbachschule Rommerskirchen endete:

Mit Moritz Kelleter, Tim Lehmann und Anton Schneider belegten drei Rommerskirchener Grundschüler die ersten drei Ränge. Als bestes Mädchen landete Lily  Dechêne aus Frixheim auf Platz sechs. Naturgemäß ging auch die Mannschaftswertung an Rommerskirchen, wobei das Team der Kastanienschule aus Hoeningen auf dem zweiten und das aus Frixheim auf dem  dritten Platz lag.

Der neue Schulschachmeister Moritz Kelleter  hat eher „mit dem zweiten Platz gerechnet“, während sein Trainer Michele Calandriello schon sehr viel sicherer war, dass der Drittklässler am Ende die Nase vorn haben würde. Immerhin: Der Neunjährige, der sich ansonsten gern auf dem Bauspielplatz in Rommerskirchen tummelt, war der einzige der 42 Spieler, der seine sechs Partien ausnahmslos gewinnen konnte. Schach spielt er erst seit der zweiten Klasse, mit viel Talent, wie er am Mittwoch überzeugend demonstrieren konnte.

Geleitet hat das Turnier einmal mehr der „Vater des Schulschachs“ im Kreisgebiet, Herbert E. Müller, der 2005 in Frixheim die erste Schulschach-AG in der Gemeinde einrichtete und bis 2010 hier auch Trainer war.  Müller, ebenso begeistert Schachspieler wie Leichtathlet, ist übrigens unlängst in seiner Altersklasse - wieder einmal - Seniorenweltmeister über 1500 sowie über 3000 Meter geworden - im nun wirklich beachtlichen Alter von 89 Jahren. Herbert E. Müller ist sich mit Michele Calandriello einig, dass der Erfolg des Schulschachs insbesondere vom Rückhalt der Schulleitungen abhängt.  Grund zur Klage haben die beiden in dieser Hinsicht nicht. Bärbel Zippenfennig, die 2018 die Gillbachschule übernahm, macht kein Hehl daraus, dass sie die Kinder mit Blick auf „die Bedeutung der MINT-Fächer“ durchaus „pusht“, die Schach AG zu zu besuchen. Auch wenn hier nicht eine Stunde Mathe durch eine Stunde Schach ersetzt wird, wie  beim einen oder anderen Pilotversuch in Deutschland, schätzt sie Schach sehr, „weil es das kombinatorische und das logische Denken fördert“.

„Mr. Schach“ Michele Calandriello, ist seit  vier Jahren an allen drei Grundschulen Leiter der Schach AG: Nachdem er 2009 an der Hoeninger Kastanienschule  begonnen hatte, übernahm er 2015 auch das Training an den anderen beiden Schulen. Wenngleich ihm Unterstützung durchaus willkommen wäre, wird Calandriello sein Engagement  keineswegs reduzieren – eher im Gegenteil: Im September will er den ersten Rommerskirchener Schachklub gründen.

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