Betreuungsangebot in Dormagen: Jugendamt löst dringende Kita-Fälle

Betreuungsangebot in Dormagen : Neue Raummodule für mehr Kita-Plätze

Im Kita-Navigator waren 202 Kinder ohne Platz gemeldet – 104 Eltern davon schlugen Platzzusagen aus. In dringenden Fällen kümmert sich das Jugendamt um die Suche nach Betreuungsplätzen. Neue Raummodule ab Sommer.

Das neue Kindertagesstätten-Jahr 2019/20 rückt näher, und trotz Erweiterungen gibt es zum Start am 1. August nicht für alle über den Kita-Navigator angemeldeten Kinder einen Betreuungsplatz. Das erläuterte der Erste Beigeordnete Robert Krumbein: „148 Kinder, die demnächst nach Dormagen ziehen, und 54 Externe haben nicht die gewünschte Tagesbetreuung erhalten“, zählt der Sozialdezernent die 202 fehlenden Plätze auf, davon 129 für Kinder unter drei Jahren.

Allerdings gibt Krumbein in einem Punkt Entwarnung: „Zum Teil schon im Februar haben wir den Eltern von 104 Kindern Platzzusagen gemacht, die sie nicht genutzt haben.“ Damit erlischt der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz. Bisher sei die Stadt auch noch nicht verklagt worden. „Zurzeit kümmert sich das Jugendamt um fünf dringende Fälle, die wir gelöst bekommen“, erläutert Krumbein, dass das Familienbüro der Stadt nicht in Panik verfällt. Die 98 anderen Familien, denen bisher keine Platzzusage gemacht werden konnte, wurden noch einmal angeschrieben und auf freie Kapazitäten hingewiesen – und auf die Möglichkeit, sich an die Stadt zu wenden. „So gibt es im Bereich Delrath, Nievenheim und Ückerath relativ viele Ü3-Plätze“, die allerdings offenbar für Rheinfelder Familien nicht das richtige Angebot seien. „Leider können wir nicht immer eine ortsnahe Unterbringung anbieten“, betont Robert Krumbein.

Einige Familien haben die Betreuung der Kinder inzwischen anders gelöst oder geben ihr Kind später in die Kita. Jetzt gehe die Stadt ins „Fein-Tuning“, kann sich der Dezernent eventuell eine befristete Überbelegung von Gruppen vorstellen, um die noch fehlenden Plätze sicherzustellen. Wegen unbekannter Zuzüge von Familien sei der konkrete Bedarf nicht genau zu ermitteln. „Ich bin mir aber sicher, dass wir das hinbekommen“, strahlt Robert Krumbein weiter Optimismus aus.

Weitere Gruppen sind in Vorbereitung. „Klar ist, dass wir weitere Betreuungsplätze benötigen“, sagt der Erste Beigeordnete. Dafür werde nun der Einsatz von Raummodulen vorbereitet, die im Sommer bezugsfertig sein sollen. „Nach Möglichkeit sollen sie bereits ab 1. August zur Verfügung stehen“, so Krumbein. Dabei handelt es sich um 40 zusätzliche Plätze im Bereich der unter Dreijährigen. Die Raummodule werden aufgestellt, „weil die Zahl der Kinder weiter wächst und die geplanten Kita-Projekte in Delhoven und an der Haberlandstraße nicht so schnell fertig gestellt werden können, wie wir es uns wünschen“, so Krumbein. Für das Kita-Jahr 2019/20 soll es insgesamt 73 neue Plätze geben, davon 58 für den U3-Bereich. Im Frühjahr 2020 soll die Großtagespflege in Zons starten, und der Neubau der Kita des Evangelischen Sozialwerks in Delhoven soll im August 2020 fertig sein – dann würden die Raummodule in Hackenbroich wieder abgebaut, wo die Kinder vorübergehend unterkommen.

An drei Standorten werden diese Raummodule benötigt: An der Hackhauser Straße in Hackenbroich werden zwei U3-Gruppen in der „Villa Kunterbunt“ und bei den „Kleinen Strolchen“ eingerichtet (insgesamt 20 Plätze), die ebenso vom Evangelischen Sozialwerk geführt werden wie die neu zu bauende Kita für Delhoven. In der Kita „Flohkiste“ an der Nettergasse in Dormagen-Mitte, die von der Stadttochter Dos betrieben wird, geht es um eine Gruppe mit zehn Kindern. Schließlich geht es um weitere zehn U3-Plätze in der städtischen „Kita im Lernhaus Delrath“. Dort wird, so Krumbein, ein Raummodul auf „die grüne Wiese“ der Henri-Dunant-Schule gestellt.

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