Serie Kunst Im Öffentlichen Raum (1): Ein Brunnen für sechzehn Ortsteile

Serie Kunst Im Öffentlichen Raum (1): Ein Brunnen für sechzehn Ortsteile

Das Wasserspiel an der Marktstraße wurde von Werner Endres gespendet.

DORMAGEN Der kleine Platz an der Ecke von Markt- und Römerstraße lädt nach dem Einkaufsbummel zum Verweilen ein. Wer sich auf einer der Bänke niederlässt, kann den Blick über die Römerstraße und den Marktplatz bis zur Stadtbibliothek schweifen lassen - oder vor seinen Füßen den Brunnen betrachten, der seit 2007 auf diesem Platz neben der Rathaus-Galerie steht.

16 unterschiedlich hohe Basaltsäulen symbolisieren die Dormagener Stadtteile. Je nach Größe des Stadtteils sind die Blöcke höher oder niedriger, auf der Oberseite ist der jeweilige Name eingemeißelt. Aus den Basaltsäulen sprudelt Wasser und sammelt sich in einem flachen, gepflasterten Becken. Von dort läuft es in eine etwas tieferliegende, durch die Pflasterung optisch hervorgehobene Fläche, die als "Fluss" die Rheingemeinden umströmt. Der Brunnen symbolisiert in seiner Gesamtheit das Zusammenwachsen der Orte nach der kommunalen Neugliederung zu einer Stadt mit dem Rhein als Bindeglied, gleichzeitig soll die Eigenständigkeit der Stadtteile betont werden. Werner Endres, der in der Stadtmitte lebt, kommt fast jeden Tag an dieser Ecke vorbei, wenn er zur Post oder in die Rathaus-Galerie geht. Häufig wird er dann von Dormagenern angesprochen, wie gut man doch auf diesen Bänken eine Pause einlegen könne. Dass sie den 84-Jährigen auf den Platz und den Brunnen ansprechen, hat einen besonderen Grund: Auf dem größten Stein ist neben dem Schriftzug "Dormagen" auch der Name von Werner Endres eingemeißelt. Der ehemalige CDU-Ratsherr und frühere Aufsichtsratschef städtischer Gesellschaften hat den Brunnen, der 100.000 Euro gekostet hat, der Stadt gestiftet. "Ich habe über die vielen Jahre für meine Tätigkeiten im Stadtrat und in Aufsichtsräten einiges an Geld bekommen, das ich der Stadt wieder zur Verfügung stellen wollte", erklärt Endres. Gleichzeitig habe er eine "Schmutzecke" in der Stadt beseitigen und "etwas Brauchbares" daraus machen wollen. So sei dann in Gesprächen mit der Stadt die Idee entstanden, mit dem Brunnen eine dauerhafte Erinnerung an die ehemals selbstständigen Gemeinden, die zur Stadt Dormagen zusammengewachsen seien, zu schaffen. Zur großen Familie von Endres gehören acht Enkelkinder. Für die Jüngeren heißt es beim Besuch der Großeltern regelmäßig: "Wir gehen zu Opas Brunnen."

(NGZ)