Dormagen: Dormagen wächst - und baut

Dormagen: Dormagen wächst - und baut

Innerhalb von fünf Jahren ist die Bevölkerung in der Stadt um mehr als drei Prozent gewachsen. Auch wenn es keine Prognosedaten im Rathaus gibt, wird von einem weiteren Wachstum ausgegangen. Die rege Bautätigkeit ist ein Indiz.

Die beiden Metropolen Köln und Düsseldorf wachsen und Dormagen will davon profitieren. Daher steht die Stadt vor einem Jahrzehnt des Bauens. Wahrscheinlich werden es bis zu 2000 neue Wohneinheiten sein, die über das Stadtgebiet verstreut entstehen werden. Aber wie wird sich das auf die Bevölkerungsentwicklung auswirken? Demografische Prognosen gibt es im Rathaus keine, von einem Zugewinn wird ausgegangen. Die Bevölkerung ist von 63.097 im Jahr 2012 auf 65.166 im Jahr 2017 gewachsen. Das sind knapp 3,3 Prozent. Unklar bleibt, in welchem Verhältnis Zuzüge aus den Metropolen und Wanderungen innerhalb der Stadt stehen werden. Das zeigt auch die letzte Bevölkerungsvorausberechnung der Landes-Statistiker von it.NRW aus dem Jahr 2015: Danach kommt Dormagen im Jahr 2020 auf 63.720 und in 2030 auf 65.270 Einwohner. "Seriöse Angaben zu künftigen Entwicklungen sind auf der Grundlage der vorhandenen Daten leider nicht möglich", sagt Stadtsprecher Max Laufer.

Für Bürgermeister Erik Lierenfeld steht fest: "Dormagen wird sein Gesicht in den nächsten Jahren weiter verändern. Ob in Horrem oder auch durch Projekte wie das Beethovenquartier oder das Malerviertel III. Es geht dabei einerseits um mehr Wohnraum für unsere wachsende Stadt. Andererseits geht es um städtebauliche Verbesserungen, die mehr Lebens- und Aufenthaltsqualität für die Menschen versprechen." 2017 hat es in Dormagen mehr Zuzüge (3058) als Wegzüge (2800) gegeben. Die relevanteste statistische Größe sind die Umzüge innerhalb Dormagens (3468). "Das zeigt eine starke Verbundenheit der Bürger mit ihrer Stadt", so Laufer.

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In Nievenheim entwickelt sich das aktuell größte Baugebiet, wo am Ende rund 170 Wohnungen fertig sein sollen. In Stürzelberg folgt eine deutlich kleinere, aber für den Ort wichtige Bebauung auf dem drei Hektar großen Sportplatz-Areal, gefolgt von dem Beethoven-Quartier, wo rund 450 Wohneinheiten geplant sind. Eine deutlich größere Dimension wird das Malerviertel III im Norden der Stadt haben, wo auf 14 Hektar je nach Häusertyp zwischen 500 und 800 Wohnungen entstehen können.

Im Rathaus wird unterschieden zwischen kurz und mittelfristigen Bauleitplanverfahren. Für die nächsten ein, zwei Jahren sind Entwicklungen in Dormagen-Mitte (Helbüchelstraße und An der Wache), in Stürzelberg, Rheinfeld, Gohr und Hackenbroich zu erwarten. Mittelfristig - also in drei bis fünf Jahren - sind Bebauungspläne für die Rubensstraße in Horrem, Aggerstraße in Hackenbroich und Beethovenstraße in Mitte zu erwarten. Gregor Nachtwey, Leiter des Planungsamtes, erklärt: "Nach dem jeweiligen Satzungsbeschluss eines Bauleitplanes erfolgen in der Regel die Erschließungsplanung und der Bau der Infrastruktur sowie die Vermarktung der Grundstücke. Anschließend werden die Bauanträge von den Grundstückseigentümern erstellt, eingereicht und müssen genehmigt werden. Die jeweiligen Zeitfenster hierfür sind sehr individuell und variieren je nach Baugebiet stark. Daher kann kein Zeitpunkt zur tatsächlichen Realisierung angegeben werden", sagt Nachtwey.

(schum)
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