Dormagen: Stadt degradiert Eigenbetriebs-Chef Uwe Scheler

Rathaus in Dormagen : Stadt degradiert Eigenbetriebs-Chef

Der Skandal um hohe Kosten für die Sekundarschule kostet Uwe Scheler die Betriebsleitung.

Bürgermeister Erik Lierenfeld und CDU-Fraktionsvorsitzender Kai Weber haben in einer „dringlichen Entscheidung“ den Betriebsleiter des städtischen Eigenbetriebs, Uwe Scheler, von dieser Funktion abberufen. Er wird zum 1. Mai als „Technischer Leiter unmittelbar der Betriebsleitung zugeordnet“. Ferner haben die beiden die Verwaltung beauftragt, die Stelle der Betriebsleitung sofort auszuschreiben und dem Stadtrat dann einen Personalvorschlag zu unterbreiten. Damit wird ein Schlussstrich unter die Dauer-Kritik der letzten Jahre gezogen, bei der Scheler oft im Mittelpunkt stand.

Als Auslöser wird der Skandal um die Sanierung der Sekundarschule gesehen. Vor drei Wochen war öffentlich geworden, dass die 14 Millionen Euro teuer wird. Bis dato war man von 8,15 Millionen Euro ausgegangen. Die Kostenexplosion lag zum einen an Pfusch am Bau, wie es Bürgermeister Lierenfeld nannte, sowie an Baunebenkosten, die nicht in den Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs eingestellt worden waren. Für Letzteres wurde Scheler verantwortlich gemacht. In den vergangenen Jahren ist es immer wieder zu zeitlichen Verzögerungen bei Sanierungen und Neubauten gekommen, auch stiegen Kosten immer wieder. Scheler, aber auch Tanja Gaspers als zuständige Beigeordnete für diesen Bereich, mussten sich in Ausschüssen einige Male sehr deutlicher Kritik aus Reihen der Politik aussetzen.

In der Vorlage, die die Ratsmitglieder in der Sitzung am 9. Mai nachträglich absegnen sollen, spricht die Verwaltung von „dringendem Handlungsbedarf“ angesichts der anstehenden umfangreichen Sanierungs- und Neubauprojekten. Und weiter: „Daher soll nunmehr die (künftige, Anm. d. Red.) operative Betriebsleitung verstärkt unter kaufmännischen und betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten unter Einbeziehung eines effektiven Controllings neu aufgestellt werden“. Die Ausschreibung für den künftigen Betriebsleiter ist dementsprechend formuliert. Weil die Arbeitsmarktlage in dem Feld schwierig ist, soll ein übertarifliches Gehalt gezahlt werden. Im Wirtschaftsplan werden zusätzliche bis zu 120.000 Euro bereitgestellt werden müssen.

CDU-Fraktionschef Kai Weber spricht von einem „guten Kompromiss“. Es reiche nicht, ein guter Ingenieur und Planer zu sein, „es braucht auch betriebswirtschaftliches Verständnis“. Weil Scheler über viel Know-how verfüge, sei die künftige Lösung mit ihm in zweiter Reihe sehr gut.