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Dormagen: 16 Spielplätze sollen schließen

Dormagen : 16 Spielplätze sollen schließen

Die Stadt wird dem Jugendhilfeausschuss nach den Ferien eine Liste mit 16 Spielplätzen vorlegen, die geschlossen werden sollen: kein Bedarf mehr, schlechter Zustand. Eine Umwandlung in Jugendspielplätze ist schwierig.

Alt, marode, ungenutzt: Fast jeder sechste Kinderspielplatz soll in den nächsten Jahren geschlossen werden. Dies wird die Jugendverwaltung des Rathauses nach den Sommerferien der Politik vorschlagen. Mehr noch: Die Spielplätze sollen nicht einfach nur dicht gemacht werden, sondern möglichst umgehend in Grünflächen, Gartenland, aber auch in Bauland umgewandelt werden. So kann die Stadt mit günstig liegenden Flächen Kasse machen.

Die Experten des Jugendamtes sowie der Technischen Betriebe haben alle rund 100 Kinderspielplätze unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist sehr unterschiedlich. "Mit hundert Plätzen ist die Stadt für ihre Größe ausgesprochen gut versorgt", sagt Kinderbeauftragter Klaus Güdelhöfer, "aber 16 sind entbehrlich", wie es in der Verwaltungssprache vornehm umschrieben wird. Plätze wie an der Franz-Faßbener-Straße in Delhoven oder an der Straße Im Merheimer Lehm in Rheinfeld sind für Kinder absolut unattraktiv.

Kein Vergleich mit Aushängeschildern im Tannenbusch, in der Zonser Heide oder am Max-Reger-Weg. Der Abbau von Kinderspielplätzen ist aber auch eine Folge des demografischen Wandels, es werden in einigen Ortsteilen schlichtweg nicht mehr so viele Plätze benötigt.

Alles eine Frage des Geldes, weiß auch Güdelhöfer. "Vor Jahren hatten wir noch 300 000 D-Mark für Pflege und Instandsetzung zur Verfügung. Von den dann 150 000 Euro sind heute nur noch 40 000 Euro im Haushalt übrig geblieben."

Damit wird in diesem Jahr ein weiterer Teil des Spielplatzes an der Saarstraße in Hackenbroich saniert (9000 Euro), erhält der Platz an der Oberstraße in Stürzelberg eine neue Federwippe für Kleinkinder (3500 Euro) und der Platz am Kronenpützchen in Straberg einen Ersatz für eine Spielturmanlage. Kosten: 32 500 Euro. "Wir haben bei der Instandsetzung Rückstände von rund 200 000 Euro", sagt Güdelhöfer, "das holen wir nie mehr auf." Von Neuanlagen kann da keine Rede mehr sein. Ausnahmen: Neubaugebiete, wie im Gansdahl in Delhoven.

Geht es nach der Jungen Union, so könnte der ein oder andere Spielplatz künftig statt von Kindern von Jugendlichen genutzt werden. JU-Vorsitzende Alana Schiffer bereitet zurzeit eine Antrag vor, der über die CDU-Fraktion den Fachausschuss erreichen soll. Ziel: "Die Verwaltung soll einmal vorschlagen, welche Spielplätze dafür in Frage kämen." Rathaus-Fachmann Güdelhöfer ist skeptisch, was die Erfolgschancen betrifft: "Wir prüfen, ob es Treffpunkte für Jugendliche sein können. In den wenigsten Fällen wären sie sozialverträglich, weil sie zu nahe an Wohnbebauungen liegen." Der ideale Platz für Jugendliche ist für ihn daher der Skaterpark in Horrem.

(NGZ/rl)