1. NRW
  2. Städte
  3. Dormagen

Dormagen: Basilika durch Bürger gerettet

Dormagen : Basilika durch Bürger gerettet

Ohne bürgerschaftliches Engagement haben Kirchen und Kulturgüter keine Überlebenschance. Das verdeutlichte Dombaumeisterin Prof. Barbara Schock-Werner zum Silberjubiläum des Fördervereins Kloster Knechtsteden.

Das bürgerschaftliche Engagement für Baudenkmäler liege ihr sehr am Herzen, bekannte Professorin Barbara Schock-Werner gestern Mittag in Knechtsteden. Kein Wunder, ist die Kölner Dombaumeisterin seit 1999 in "ihrer" Kathedrale doch von vielen Beispielen umgeben, durch die Bürger für den Erhalt und die Renovierung von Fenstern oder Figuren ihren Beitrag geleistet haben.

Beim Festakt zum Silberjubiläum des Fördervereins für das Missionshaus Knechtsteden lobte die Dombaumeisterin vor 250 Gästen die Anstrengungen des Vereins um den Vorsitzenden Hermann-Josef Lenz: "Es ist dieser schönen Kirche und der Umgebung anzumerken, dass hier Menschen zu ihrem Wohl wirken." Ohne bürgerschaftliches Engagement hätten Kirchen und Kulturgüter keine Überlebenschance, wäre der Dom eine Ruine, ist Barbara Schock-Werner (64) überzeugt: "Es sollte aus jeder Familie im Rhein-Kreis jemand Mitglied in diesem Förderverein sein, um die Klosteranlage Knechtsteden weiter zu erhalten." An Beispielen zeigte die Dombaumeisterin, wie vielfältig das bürgerschaftliche Engagement für Baudenkmäler sein kann, zum Teil auch durch Förderung der NRW-Stiftung, aber auch durch Erfahrungsweitergabe wie bei der Deutschen Burgenvereinigung und natürlich durch ideelle und finanzielle Hilfe durch den Zentral-Dombau-Verein von 1842.

"Viele Glasfenster im Dom wären ohne die Hilfe der Bürger immer noch weiß", erklärt die Dombaumeisterin, dass nach und nach die Schäden des Zweiten Weltkrieges ausgebessert und die bunte Glasmalerei wieder rekonstruiert werden konnte. Alle zwei Jahre plant der Dombau-Verein ein Fenster für 200 000 Euro — 2028 sind alle fertig.

Die starke Verbindung des Klosters Knechtsteden, in dem seit 1895 Spiritaner wirken, mit den Menschen im Rhein-Kreis betonte auch Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, der an die 800 000 Euro erinnerte, mit denen der Rhein-Kreis die Basilika bisher unterstützt hat: "Das wird auch weiterhin so sein." Bürgermeister Peter-Olaf Hoffmann wies auf die Segensfunktion der Basilika, die durch die drei Türme von außen und den segnenden Christus auf dem Fresko innen symbolisiert werde, hin: "Knechtsteden ist geistlich und geistig eines der wichtigsten Zentren in der Region und könnte ein Stützpunkt zur Re-Missionierung Europas werden."

Zuvor hatte der emeritierte Weihbischof Klaus Dick im vom Kammerchor unter der Leitung von Bert Schmitz musikalisch gestalteten Pontifikalhochamt in der Basilika die Notwendigkeit betont, Kirchen als "Tempel Gottes" für Besucher zu bewahren, um ihnen die Atmosphäre zu bieten, die frohe Botschaft zu verstehen.

(NGZ)