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Dormagen: Kampf um die Palliativstation

Dormagen : Kampf um die Palliativstation

An mehreren Fronten wird für den Erhalt der Palliativstation im Kreiskrankenhaus Dormagen gekämpft: Mit der Resolution des Kreisausschusses gab es ein politisches Signal, es folgen Gespräche mit Krankenkassen und Kliniken.

Sterbenskranken Menschen in der Nähe ihres Wohnortes zu helfen, in Verbindung mit ihren Ärzten, Verwandten und dem ambulanten Hospizdienst ihr Leid zu lindern, ist eine ureigene Aufgabe der Palliativstationen. Das erste halbe Jahr seit der Eröffnung im November 2011 im Kreiskrankenhaus Dormagen hat gezeigt, dass dieses Angebot gut ankommt und auch gut angenommen wird. Um die Palliativstation, deren Finanzierung in Gefahr ist, zu retten, wird an mehreren Fronten gekämpft.

"Wir hoffen immer noch, dass sich der Landtag davon überzeugen lässt, den Landeskrankenhausplan noch einmal zu überdenken", sagt Ralf H. Nennhaus, Krankenhausdirektor für die Rhein-Kreis-Kliniken in Dormagen und Grevenbroich. Denn weil im derzeitigen Plan die 15 vorgesehenen Palliativbetten für das Gebiet des Rhein-Kreises Neuss auf die beiden Krankenhäuser in Grevenbroich und Neuss (Lukaskrankenhaus) verteilt wurden, wo bisher keine Palliativstationen bestehen, haben die Krankenkassen angekündigt, die Förderung der beiden bereits installierten Stationen in Dormagen und Neuss (Johanna-Etienne-Krankenhaus) ab nächstem Jahr einzustellen.

Neben Unterschriftenaktionen der Dormagener Bürger unterstützen auch die Hospizbewegung und das Dormagener Praxisnetz den Appell an die Landesregierung, die Palliativstationen wohnortnah zu fördern. Palliativmediziner Dr. Udo Kratel, neuer Vorsitzender des Praxisnetzes, der das Ambulante Hospiz-Zentrum aufgebaut hat, weist auf die notwendige und gute Zusammenarbeit zwischen ambulanter und stationärer Hospizarbeit hin: "Wir kümmern uns um die gleichen Patienten, die mal ins Krankenhaus und dann wieder nach Hause gehen – da wären weitere Wege nach Grevenbroich für die Patienten nicht zumutbar. Das wäre ein großer Rückschritt."

Im Kreisausschuss haben vorige Woche die Politiker einstimmig eine Resolution verabschiedet, in der die Landesregierung gebeten wird, stationäre palliativmedizinische Angebote in allen vier Akut-Krankenhäusern im Rhein-Kreis zu gewährleisten (die NGZ berichtete). Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung werde die Sicherung der palliativmedizinischen Versorgung der Bevölkerung im Rhein-Kreis noch weiter an Bedeutung zunehmen, heißt es in der Resolution. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke – der Rhein-Kreis ist Träger der Kreiskrankenhäuser in Dormagen und Grevenbroich – hatte bereits erklärt, dass die Palliativmedizin weiter im Kreiskrankenhaus Dormagen angeboten werde. Notfalls müsse man Leistungen einzeln mit den Krankenkassen abrechnen. Er setze jedoch auf eine große Lösung über den Krankenhausplan.

Für Krankenhausdirektor Nennhaus ist diese Resolution ein "politisches Signal". In Abstimmung mit den Augustinus-Kliniken, die das Johanna-Etienne-Krankenhaus betreiben, werde auf verwaltungsinternem Weg und im Gespräch mit den Krankenkassen ebenfalls für die Palliativstation gekämpft.

(NGZ)