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Dormagen: Eintauchen in die Kloster-Welt

Dormagen : Eintauchen in die Kloster-Welt

Gar nicht abgeschieden ist das Kloster Knechtsteden: Schüler, Künstler, Pilger, Naturfreunde und Spaziergänger beleben die weitläufige Anlage der Spiritaner. Prunkstück ist die Basilika aus dem 12. Jahrhundert.

Wer sich der Basilika aus dem 12. Jahrhundert vom barocken Torbogen aus nähert, dem offenbart sich die Schönheit der Knechtstedener Klosterkirche: Die ehemalige Prämonstratenser-Stiftskirche erhebt sich mit ihren drei Türmen immer höher über die Besucher. In ihrem Innern befindet sich mit dem Gnadenbild der schmerzhaften Mutter, das aus dem 14. Jahrhundert stammt, eine aus Lindenholz geschnitzte Muttergottesfigur, zu der das ganze Jahr über Pilger strömen. Außer vom Gnadenbild wird die Basilika vom Altarraum mit Spitzbogenfenstern und der gegenüberliegenden Westapsis mit einem Christus-Fresko von 1160 bestimmt.

Bei der Diözesan-Caritas-Wallfahrt treffen sich Pilger in Knechtsteden. Foto: Berns, Lothar

In der Basilika, die für ihre gute Akustik berühmt ist, finden zahlreiche Gottesdienste, aber auch Konzerte statt. Über die Grenzen von Dormagen hinaus bekannt ist das "Festival Alte Musik" im September. Im benachbarten Kreuzgang des Missionshauses der Spiritaner, die 1895 die Klosteranlage übernommen haben, bieten wechselnde Ausstellungen spannende Erkenntnisse, ebenso Vorträge und Bibliotheksabende im Kloster.

Der Klosterhof mit Biergarten bietet kulinarische Stärkung. Foto: Berns, Lothar

Bei Führungen, die Pater Hermann-Josef Reetz, Rektor der Basilika, durch die Kirche und über die Klosteranlage anbietet, erfährt der Besucher Wissenswertes über das spirituelle Zentrum aus verschiedenen Epochen. Die Resonanz ist groß, wie Pater Reetz erklärt: "Die Basilika ist ein Anziehungspunkt für tausende Besucher."

Direkt neben dem Kloster liegt das Norbert-Gymnasium, es gibt einen Waldkindergarten, die Tagungsstätte Libermannhaus und die Kunstgalerie Bayer Dormagen.

Wer sich auf dem Klostergelände weiter in Richtung Wald begibt, hört oft lautes Kinderlachen: Der große Spielplatz wird von Schulklassen und Familien gleichermaßen geschätzt. Nicht nur für Kinder sind die Schafe interessant, die auf den Weiden um das Kloster grasen, auch Erwachsene genießen die Natur auf dem Klostergelände. Dort sind auch ein Kräutergarten, die Biologische Station mit ihren Projekten, zum Beispiel zur Ringelnatter, und der Naturschutzbund beheimatet. Seit kurzem gibt es einen Obstwanderweg, der in drei Routen um den Obstsortengarten des Klosters führt. Aus zwei Äpfelsorten wird ein Klosterlikör gewonnen, der im Klosterladen angeboten wird.

In der Theaterscheune und im Bullenstall finden der Kunsthandwerkermarkt, Hochzeiten, Theateraufführungen und andere Feste wie das Oktoberfest statt. Betreut werden die Veranstaltungen von Archie Deneke, dem Pächter der Gaststätte Klosterhof: "Uns sind kleine Feiern genauso lieb wie große Events mit 1500 Besuchern", sagt Deneke. Am Klosterhof am Eingang des Geländes können sich die Besucher im Biergarten nach dem Spaziergang auch kulinarisch stärken.

(NGZ)