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Dormagen: Bienen produzieren kaum Honig

Dormagen : Bienen produzieren kaum Honig

Weil das Frühjahr kalt und nass war, konnten die Bienen den Stock selten verlassen. Dormagener Imker rechnen deshalb mit 80 Prozent weniger Honig als im vergangenen Jahr. Sorgen bereitet nach wie vor die Varroa-Milbe.

Normalerweise verkauft Georg Mainka seinen Honig in Hofläden oder Bäckereien. Doch in diesem Jahr fällt das Angebot schmal aus. Grund: Die Bienen produzieren zu wenig Honig. "Die Völker sind zu schwach", sagt Mainka. Der 2. Vorsitzende des Imker- und Bienenzuchtvereins G 1818 Bayer Dormagen kann sich nicht daran erinnern, "dass es schon mal so ein schlechtes Jahr gab". Er rechnet mit bis zu 80 Prozent weniger Ertrag als im Vorjahr. Schuld ist das Wetter: Das Frühjahr war kühl und nass, die Bienen konnten ihren Stock deshalb nur selten verlassen.

Nach der Rapsblüte verpassen die fliegenden Tiere jetzt auch die Lindenblüte. Mainka nimmt's gelassen: "Gegen das Wetter kann man nichts machen." Der Rheinfelder züchtet seit mehr als 35 Jahren Bienen. "Für mich sind die Tiere wichtiger als der Honig", sagt er. Wenn zu viel Honig aus dem Stock entnommen wird, fehlt den Bienen Nahrung und sie können nicht überleben. Ein Volk (15 000 bis 80 000 Tiere) benötigt 30 Kilo Honig und 30 Kilo Pollen (Eiweiß), um sich zu ernähren. Mainka hatte Glück, dass seine zwölf Völker den Winter unbeschadet überstanden haben. Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums verloren Hobby-Imker deutschlandweit rund 21,5 Prozent ihrer Völker. Die Bienenpopulation ist in den vergangenen Jahren in Europa um zehn bis 30 Prozent zurückgegangen. Schädlinge, Krankheiten und Pestizide setzen den nach Rind und Schwein drittwichtigsten Nutztieren zu. Hauptfeind der Honigbiene (Apis mellifera) ist die Varroa-Milbe, die in den 70er Jahren von asiatischen Artverwandten nach Europa eingeschleppt wurde. Die Milben befallen Bienen bzw. Larven und verursachen damit deren Tod.

Der Kampf gegen die Schädlinge währt das ganze Jahr über. Experten empfehlen eine Sommer- und Winterbehandlung der Bienenstöcke. Georg Mainka hat seine Stöcke am Vereinsstand in der Kleingartenanlage Horrem. Er ist überzeugt, "dass viel davon abhängt, wie man sich um die Tiere kümmert". Der 52-Jährige besprüht seine Bienen unter anderem mit Ameisensäure, um die Varroa-Milbe zu stoppen.

Sorgen bereiten vielen Imkern auch Monokulturen in der Landwirtschaft. Wenn beispielsweise nur Mais und Raps (für die Biosprit-Produktion) angepflanzt werden, verändern sich die Lebensbedingungen für Bienen. Nach der Blüte der Monokultur finden sie nicht mehr genug Nahrung. Dieses Problem gebe es Dormagen aber nur bedingt, sagt der 1. Vorsitzende des Imkervereins, Michael Dellschau. Das Grünflächenamt habe viele Blühpflanzen gesetzt. "Gegenüber anderen Kommunen wurde viel getan", stellt Dellschau fest.

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