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Dormagen: Touristen strömen nach Zons

Dormagen : Touristen strömen nach Zons

Die historische Zollfeste ist das touristische Zugpferd der Stadt Dormagen. 600 000 Menschen besuchen das "rheinische Rothenburg" pro Jahr – Tendenz steigend. Zunehmende Bedeutung gewinnt der Fahrrad-Tourismus.

Drei neue Bänke haben Arbeiter gestern im Bereich der Zollfeste aufgestellt. Eine nennenswerte Investition in den Tourismus ist das nicht, mag man meinen. Und doch tragen die Sitzgelegenheiten dazu bei, die Aufenthaltsqualität zu verbessern, sagt Stadtmarketing-Leiter Guido Schenk. Die Zollfeste, daran gibt es keinen Zweifel, ist mit geschätzten 600 000 Besuchern pro Jahr das touristische Zugpferd der Stadt Dormagen. Im Rhein-Kreis Neuss ist nur ein Ziel noch beliebter: die Skihalle in Neuss-Grefrath.

Tagestouristen geben 28 Euro aus

"Wir vermarkten nicht nur Zons, sondern die gesamte Stadt", stellt Schenk klar. Relevante Destinationen sind neben der Zollfeste der Naturpark Tannenbusch mit rund 200 000 Besuchern und das Kloster Knechtsteden (100 000 Besucher). Im vergangenen Jahr hat die Stadtmarketing- und Verkehrsgesellschaft Dormagen (SVGD) rund 125 000 Euro in den Tourismus investiert. Dem stehen Einnahmen von nur 15 000 Euro gegenüber. Auf den ersten Blick ist das ein Minusgeschäft. Allerdings gaben Tagestouristen laut dem Deutschen Institut für Fremdenverkehr im Schnitt 28 Euro am Ort aus. Bei 600 000 Gästen in Zons sind das 16,8 Millionen Euro jährlich.

Eine Umfrage unter Besuchern in Zons hat ergeben, dass der Anteil an Fahrrad-Touristen in den vergangenen Jahren von 7 auf 17 Prozent gestiegen ist. "Wir werden den Service für Radfahrer deutlich verbessern", verspricht Schenk. In Kooperation mit dem Energieversorger evd wird demnächst eine Ladestation für Elektrofahrrad-Akkus aufgestellt. Gastronomen bieten diesen Service bereits an. Im Bereich Merchandising (Souvenirverkauf) setzt man auf den Ausbau des Angebotes; zuletzt wurde eine neue Postkarten-Serie aufgelegt. Geplant sind laut Schenk zudem sogenannte Packages, die über das Internet gebucht werden sollen. Zum Beispiel der Besuch von Schloss Dyck am Vormittag und Schloss Friedestrom am Nachmittag, dazwischen gibt es ein Mittagessen. Auch seien Kooperationen mit Hoteliers und Gastronomen denkbar.

Enorme touristische Bedeutung für Dormagen haben daneben Geschäftsreisende, die im Chempark zu tun haben oder Messen in Köln und Düsseldorf besuchen. 2011 wurden in Dormagen 107 605 Übernachtungen gezählt (plus 73,1 Prozent; vor allem ein statistischer Effekt, weil erstmals Übernachtungen in der Reha-Klinik für Suchtkranke am Bahnhof berücksichtigt worden sind). Doch zeigt der Trend auch davon unabhängig deutlich nach oben. Im ersten Quartal 2012 übernachteten alleine in Hotels rund 22 Prozent mehr Gäste als im Vorjahr. Entsprechend zufrieden ist die SVGD. "Die Zahlen entwickeln sich sehr erfreulich", sagt Schenk.

(NGZ)