Dinslakenerin schlägt Alarm: "Weißes Pulver" löst Großeinsatz aus

Dinslakenerin schlägt Alarm: "Weißes Pulver" löst Großeinsatz aus

Ein Briefumschlag hat gestern ein Großaufgebot von Feuerwehr und Polizei in die Dinslakener Innenstadt getrieben. Eine Anwohnerin der Wiesenstraße hatte das Kuvert, das ein weißes Pulver enthielt, gefunden und Alarm geschlagen.

Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr aufgereiht auf der Wiesenstraße. Polizisten auf Motorrädern, Polizeiwagen, aufgespannte Flatterbänder, an denen sich Polizisten und Feuerwehrleute aufgebaut hatten und die Passanten freundlich, aber bestimmt baten, sich einen anderen Weg zu suchen. Die Bilder, die sich gestern boten, ließen Schlimmes vermuten.

Der Grund war allerdings auf den ersten Blick eher unscheinbar. Gegen 11.30 Uhr hatte eine Anwohnerin der Wiesenstraße einen Briefumschlag entdeckt. Der Inhalt - ein weißes Pulver - kam ihr verdächtig vor. Sie alarmierte die Polizei und löste damit einen Großeinsatz aus. Da niemand ausschließen konnte, dass von der verdächtigen Substanz eine große Gefahr für Leib und Leben ausgeht, rückten Feuerwehr und Polizei an und sperrten den Bereich vom Kreisverkehr an den Drei Kreuzen bis zur Schlossstraße großräumig ab.

Mit rotem Flatterband war die Wiesenstraße und Duisburger Straße abgesperrt. Erst gegen 17 Uhr gab die Polizei Entwarnung. Foto: hsd

Gleichzeitig forderte die Feuerwehr Verstärkung aus Köln an. Als die Spezialisten eintrafen, machten sie sich daran, die verdächtige Substanz zu analysieren. An der Ecke von Wiesenstraße und Duisburger Straße errichteten sie ein Zelt und bauten dort ihr mobiles Labor auf. Bei den Spezial Einsatzkräften aus der Domstadt handelte es sich um Mitglieder der Analytischen Task Force Köln (ATF). Die ATF ist eine Spezialeinheit zur Erkennung und Bekämpfung biologischer, chemischer oder radiologischer Gefahren.

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Die Dinslakener Einsatzkräfte forderten die Anwohner auf, ihre Häuser nicht zu verlassen. Bewohner, die außer Haus gewesen waren und in ihre Wohnungen zurück wollten, wurde der Zutritt zunächst verwehrt. Auch Beschäftigte und Besucher in Praxen, Kanzleien und Büros saßen fest. Eltern, die ihre Kinder aus dem Kindergarten am evangelischen Gemeindehaus abholen wollten, wurden zur Rückseite des Gebäudes geleitet, wo sie ihre Sprösslinge in Empfang nahmen. Autofahrer wurden aufgefordert, den Bereich zu umfahren.

Die Analyse des vermeintlichen Gefahrstoffs zog sich bis in den Nachmittag. Gegen 17 gab die Polizei Entwarnung und hob die Sperrungen auf: Die Analyse der Spezialisten hatte ergeben, dass von dem Pulver keine große Gefahr ausging. Wie die Polizei mitteilte, handelte es sich ersten Einschätzungen nach um Betäubungsmittel, die nun detailliert untersucht werden.

(RP)
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