Milde Temperaturen: Obstbauern sorgen sich um Ernte

Milde Temperaturen : NRW-Obstbauern sorgen sich um ihre Ernte

Vögel singen, Blumen blühen: Die Natur in NRW scheint im Frühlingsmodus. Mit Sorge sehen das die Obstbauern. Sie denken an das Risiko einer frühen Obstblüte.

Singvögel sind schon in „Hochzeitsstimmung“, Krokusse, Primeln und Veilchen sind viel zu früh dran, und die Obstbauern in Nordrhein-Westfalen blicken mit Sorge auf die milde Witterung. „Wenn es so weitergeht, werden wir eine ausgesprochen frühe Obstblüte haben mit der Gefahr, dass während der Blüte ein Frost auftritt“, sagte der stellvertretende Geschäftsführer des Provinzialverbands Rheinischer Obst- und Gemüsebauer, Peter Muß, am Mittwoch.

Alles hänge jetzt von der weiteren Wetterentwicklung ab. „Wenn es im Februar und März noch kalt wird, dann sieht das alles etwas anders aus“, sagte Muß. Die Obstbauern wünschten sich, dass es noch mal kälter werde, damit es keinen Frühstart gibt. Das Rheinland ist mit etwa 1800 Hektar die viertgrößte Anbauregion für Baumobst in Deutschland.

Der Deutsche Wetterdienst rechnete für Mittwoch mit Temperaturen bis zwölf Grad in einer Achse südwestlich vom Ruhrgebiet bis Bielefeld. Die nächsten Tage sollen in Nordrhein-Westfalen mild bleiben, bis es am Wochenende etwas kälter werden soll.

Die große Palette der Frühlingsblüher wie Forsythie, Schneeball und Seidelbast blühten an warmen Standorten bereits und damit teilweise mehr als vier Wochen zu früh, wie der Naturschutzbund (Nabu) Nordrhein-Westfalen feststellte. Bleibe es mild und die Bildung von Blatt- und Blütenknospen schreite weiter voran, seien die Pflanzen für einen möglichen späteren Frosteinbruch anfällig. Viele Pflanzen könnten später zwar noch mal austreiben, seien dann aber nicht mehr so widerstandsfähig.

Kohlmeisen, Blaumeisen oder Kleiber stimmten nach Nabu-Angaben schon Gesänge an, grenzen damit ihre Reviere gegen Rivalen ab und kundschaften günstige Nistmöglichkeiten aus.

Tödlich könnte ein Frühstart für Schmetterlinge wie das Tagpfauenauge und den Kleinen Fuchs enden. Bei Temperaturen um die zehn Grad, sitzen sie nach Nabu-Angaben in den Startlöchern. Würden sie bei verlockendem Sonnenschein tatsächlich ausfliegen, drohte ihnen der Hungertod.

(kess/dpa)