Wuppertal: Sportverein trauert um Tote bei Unfall in Südtirol

Skiurlauber von Auto erfasst : Wuppertaler Sportverein trauert um in Südtirol getötete Spielerinnen

Sieben Deutsche starben in Südtirol, als ein betrunkener Autofahrer in eine Gruppe von Skiurlaubern raste. Zwei der Opfer kommen aus Wuppertal. Ihr Sportverein hat nun mit bewegenden Worten Abschied genommen.

In einem emotionalen Nachruf hat sich ein Wuppertaler Sportverein von zwei seiner Spielerinnen verabschiedet. Die beiden 22-Jährigen waren Anfang Januar im Skiurlaub in Südtirol bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen.

„Es fällt schwer, in dieser Zeit die richtigen Worte zu finden und den Schmerz zu beschreiben“, schrieb der Verein auf seiner Internetseite. „Sie sind auf tragische Weise von uns gegangen. So plötzlich, so unbegreiflich, so unermesslich schmerzhaft wurden sie viel zu früh aus dem Leben gerissen.“ Nach Angaben des Sportvereins waren Sandra und Franziska (Namen geändert) beste Freundinnen und machten gemeinsam Urlaub.

Sandra sei mit ihrer „immer fröhlichen und positiven Art“ hauptverantwortlich für den „tollen Zusammenhalt und Kampfgeist ihrer Teams“ gewesen. Die 22-Jährige sei an Krebs erkrankt gewesen, doch habe die Krankheit mit ihren Freunden und ihrer Familie besiegen können. „Sie inspirierte alle mit ihrer unbändigen Lebensfreude“, schreibt der Wuppertaler Verein. Sie habe die Mitspielerinnen und Trainer zum Lachen gebracht und dadurch „auf die natürlichste Weise Frieden gestiftet und das Team zusammengehalten“. Der Verein beschreibt sie als Kämpferin: „Ihre Willenskraft und ihr Durchhaltevermögen waren immer wieder beeindruckend.“

Über Franziska schreiben die Vereinsmitglieder, dass sie den Sport mit Spaß sowie mit Freundschaften verband. So habe es Spieltage gegeben, an denen den gesamten Tag über gespielt, anderen zugeschaut und gelacht wurde. Die 22-Jährige habe zu einer positiven Stimmung im Team beigetragen und „jeden um sich herum mit ihrem Lachen anstecken können“. Außerdem habe sie stets ein offenes Ohr für ihre Mitspielerinnen und Freunde gehabt und ihnen in schweren Zeiten geholfen. „Es ist unmöglich, so jemanden mit all ihren Eigenschaften, die sie ausmachen, zu ersetzen.“

Die zwei 22-Jährigen aus Wuppertal waren am 5. Januar gestorben. Ein betrunkener Autofahrer war in eine Gruppe junger Skiurlauber in Luttach gerast. Sechs Menschen wurden dabei getötet, eine Verletzte starb wenige Tage später im Krankenhaus. Viele weitere Menschen wurden verletzt. Vier der sieben Toten stammen aus NRW: Neben den beiden Wuppertalerinnen kommt jeweils ein Opfer aus Köln und Dortmund. Der 27-jährige Autofahrer soll fast zwei Promille gehabt haben und mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren sein. Er sitzt bereits im Gefängnis, wegen der Schwere des Unglücks drohen ihm bis zu 18 Jahre Haft.

Auf der Internetseite des Sportvereins schrieben zudem eine Frauenmannschaft und zwei Jugendteams einen persönlichen Nachruf über die gestorbenen jungen Frauen. „Auch wenn sie nicht mehr auf dem Feld steht, sind wir uns doch sicher, dass sie uns alle von der Seitenlinie weiter anfeuern wird“, heißt es darin unter anderem.

Über dem Nachruf zeigt der Verein vier Fotos: Auf einem davon posiert das Frauenteam in Trikots für ein Mannschaftsfoto, auf einem anderen Bild feiert das Team. In der Schlussformel des Nachrufs heißt es: „Der Schmerz ist riesengroß. Unser alle Mitgefühl gehört den beiden Familien. Die Lücke, die der plötzliche Tod reißt, ist riesengroß.“

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