Hannelore Kraft: NRW-Ministerpräsidentin auf Youtube

NRW-Ministerpräsidentin auf Youtube : Mit Hannelore Kraft auf der Rückbank

My Home ist my Castle, sagt NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Ihr Zuhause bleibt also privat. Im neuen Video-Blog nimmt sie die Zuschauer immerhin mit in ihren Dienstwagen. Wir haben fünf Beobachtungen gemacht.

Realitätsschock: Schlaf gibt es im Politikerleben nur wenig, der Schock am frühen Morgen ist groß. Mit kleinen Augen sagt Kraft: "Erstmal muss ich gucken, dass ich klarkomme." Zu Facebook & Co. sagt sie: "Ich habe die Hoffnung, dass das, was in den Kommentarleisten passiert, nicht die Realität ist."

Lerneffekt: Hannelore Kraft war mal Kohl-Königin von Bremen. Kanzlerin will sie aber nicht werden, die "heiligen Hallen" des Kanzleramtes könnten ganz schön einschüchternd wirken, sagt sie.

Spaßfaktor: Manchmal sind die Szenen eher unfreiwillig komisch. Generell sind die Videos mit vier bis acht Minuten sehr lang. Wer die zackigen Schnitte von Youtube-Star LeFloid gewöhnt ist, könnte gedanklich schon mal wegdriften. Immerhin bieten die Videos einen Einblick in das Politik-Universum. Kraft sagt über ihre Videos: "Die ersten Kommentare, die ich bei Youtube gesehen habe, waren ganz positiv. Es freut mich, wenn Leute Spaß daran haben, sich das im Netz anzuschauen."

Immer diese Technik: Als 54-Jährige gehört Kraft nicht zu den Digital Natives, die mit der digitalen Entwicklung groß geworden sind. Daher ruscht ihr schon mal ein Daumen über das Weitwinkel-Objektiv, ist das Bild unscharf oder der Hintergrundton sehr laut. Was das Filmen angeht, kann sie noch viel lernen. Sie selbst sagt: "Ich werde mich weiter bemühen."

Politiker, die in Kameras winken: Wenn die Ministerpräsidentin ihr Handy hochhält, wollen alle mal: "Der Garrelt, der will unbedingt mit auf das Bild", sagt Kraft. Gelächter im Sitzungsraum. Der NRW-Wirtschaftsminister freut sich. Und winkt. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer ist sich augenscheinlich unsicher, ob hier gerade ein Video gedreht oder Fotos gemacht werden.

Fazit: Nach den Videos kann das Publikum auswendig das Fahrtenbuch ausfüllen und die Tagesordnung der Sitzungen runterbeten. "Ich werde oft gefragt, wie ein typischer Arbeitstag bei mir aussieht. Durch das unmittelbare Format kann ich einen direkten Einblick in meinen Alltag geben, aber auch mal Sachen zeigen, die sonst eher selten zu sehen sind", sagt Kraft. Das gelingt der Ministerpräsidentin schon ganz gut. Lust auf den Job eines Politikers machen die Videos aber nicht unbedingt...

Hier geht es zum Youtube-Kanal der Landesmutter.

Hier geht es zur Bilderstrecke: LeFloid interviewt die Kanzlerin

(haka)