Insekten-Burger: "Es lässt sich mit einer Falafel vergleichen"

Insekten-Burger : "Es lässt sich mit einer Falafel vergleichen"

Insekten-Burger in Aachen vorgestellt: Hier ist der Wurm drin

In einem Aachener Supermarkt gibt es seit einigen Tagen einen Insekten-Burger aus der Tiefkühltruhe zu kaufen. Wir haben mit dem Filialleiter Michael Reinartz darüber gesprochen, warum er den Insekten-Burger anbietet, wie er schmeckt und ob ihn überhaupt jemand kauft.

Seit dem 20. April bieten Sie in Ihrer Rewe-Filiale einen Insekten-Burger an, der aus einer Mischung aus Soja und Würmern besteht. Wie kommt das Produkt denn an?

Michael Rainartz Der Insekten-Burger läuft sogar sehr gut. Wir haben in zwei Tagen über 100 Pakete verkauft. Von Burgern aus herkömmlichen Fleisch sind es meist fünf bis sechs Packungen in der Woche. Mit diesem Erfolg haben wir überhaupt nicht gerechnet.

Ist der Insekten-Burger denn teuer?

Reinartz Eine Packung kostet 5,99 Euro, darin sind zwei Patties. Damit liegt er in einer ähnlichen Preisklasse wie der Wagyu-Burger.

Theo Reinartz ist Filialleiter von Rewe Reinartz in Aachen. Foto: Theo Reinartz

Warum haben Sie sich dafür entschieden, einen Insekten-Burger ins Sortiment zu nehemen?

Rainartz Ich suche immer nach Innovationen und als es Anfang 2018 gesetzlich möglich wurde, solche Produkte anzubieten, habe ich mich sofort umgehört. Die Jungs von "bugfoundation" hatten auch schon ein fertiges Konzept, sie mussten es nur noch auf Supermärkte umlegen.

Also ist es am Ende ein Werbegag?

Reinartz Nein. Sicherlich trägt es momentan zur PR bei, aber ich setze darauf, dass sich Lebensmittel aus Insekten langfristig durchsetzen. Sie haben einfach sehr viele Vorteile gegenüber Fleischprodukten. Kein anderes Lebensmittel hat einen höheren Proteingehalt und für die Nachhaltigkeit ist die Verarbeitung von Insekten wesentlich besser als die von Fleisch. Der Wasserverbrauch ist extrem reduziert und es muss kein Land dafür gerodet werden. Ich denke, die Entwicklung wird ähnlich sein wie bei veganen Produkten. In den Niederlanden beispielsweise sind Lebensmittel aus Insekten schon wesentlich normaler als hier. Wenn der Ekelfaktor einmal wegfällt - und das tut er, wenn man den Burger mal probiert hat - gibt es eigentlich keinen Grund, den Insekten-Burger nicht zu kaufen.

Haben Sie den Burger denn probiert?

Rainartz Ja, schon mehrfach. Er schmeckt einfach wie ein Veggie-Burger. Mich hat er an Reibekuchen erinnert. Aber die meisten sagen, er lässt lässt sich mit einer Falafel oder einem Gemüsebratling vergleichen. Das liegt sicher auch an dem Sojaanteil in dem Pattie. Am Ende bleibt es natürlich Geschmackssache. Das ist wie mit Blutwurst. Das ist zwar typisch rheinländisch, trotzdem isst sie nicht jeder Rheinländer gerne.

(ham)
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