Deutscher Wetterdienst: Fast jeder zweite Deutsche ist wetterfühlig

Jojo-Frühling : Fast jeder zweite Deutsche ist wetterfühlig

Kalt, warm, Hitze, Regen – das Jojo-Wetter hat NRW fest im Griff. Wie sich die Temperaturen über die Woche entwickeln und worauf sich wetterfühlige Menschen einstellen müssen, erklärt der Deutsche Wetterdienst.

Kalt, warm, Hitze, Regen — das Jojo-Wetter hat NRW fest im Griff. Wie sich die Temperaturen über die Woche entwickeln und worauf sich wetterfühlige Menschen einstellen müssen, erklärt der Deutsche Wetterdienst.

Die Hitze ist vorbei - so lässt sich zusammenfassen, was Maria Hafenrichter, Meteorologin beim Deutschen Wetterdienst (DWD), sagt. "Am Montag ist es schon bis zu neun Grad kälter als am Sonntag. Damit beginnt eine kühlere Phase." Die Temperaturen sind damit deutlich typischer für die Jahreszeit als in den Tagen zuvor. Am Dienstag sinkt das Thermometer um weitere zwei Grad auf rund 16 bis 17 Grad Celsius. Zudem kündigen sich für Mittwoch und Donnerstag Wolken und Schauer an.

Wetterfühligkeit ist kein Hokuspokus

Auch wenn sich das Wetter nun wieder aprilgemäß zeigt — für viele Menschen in Deutschland sind die Jojo-Temperaturen ein echtes Problem. "Wir wissen aus Umfragen, dass über 50 Prozent der Menschen in Deutschland wetterfühlig sind", sagt Andreas Matzarakis, Medizinmeteorologe beim DWD. "Das heißt, sie leiden bei bestimmten Wetterlagen unter Beschwerden wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Kreislaufproblemen und Schlafstörungen."

Matzarakis erklärt, dass das Wetter nicht alleine für diese Befindlichkeiten sorgt. "Es kommen auch noch andere Faktoren hinzu, wie der aktuelle Stresslevel, Fitness und Ernährung."

Neben den Wetterfühligen gibt es zudem noch die Gruppe der Wetterempfindlichen. Von ihnen gibt es rund 20 Prozent in Deutschland. Sie leiden bei Umschwüngen unter starken Beeinträchtigungen, kommen teils kaum aus dem Bett vor Erschöpfung und Müdigkeit. "Es ist diese Gruppe die berichtet, sie würde Knieschmerzen bekommen, wenn es demnächst regnet - und das stimmt auch noch", sagt Matzarakis. "Wir können nicht erklären, wie das funktioniert, aber sie merken etwas am Wetter, das wir mit den Messgeräten nicht wahrnehmen können."

Vor allem, wenn auf eine Warmfront plötzlich Kälte folgt, spüren das viele Menschen. Deshalb weist der DWD auch darauf hin, dass Wetterfühlige und Wetterempfindliche am Dienstag mit allgemeinen Beschwerden wie Müdigkeit und Kopfschmerzen rechnen müssen.

Die Psyche reagiert immer auf das Wetter

Alle Menschen sind übrigens insofern vom Wetter abhängig, als dass der Blick aus dem Fenster am Morgen etwas auslöst. "Es sind die Sinneseindrücke und Wahrnehmungen, die uns hier beeinflussen", sagt Matzerakis. "Dabei muss das Wetter nicht mal wirklich schlechter werden. Die Tatsache, dass ein paar Wolken am Himmel stehen, kann bereits etwas mit unserem Befinden machen."

Diese sogenannten Wetterreagierenden dürften sich am Wochenende besser fühlen. Dann sagt Hafenrichter leicht steigende Temperaturen voraus. Mit etwas Glück könnten bis zu 20 Grad drin sein. Verlässliche Aussagen dazu lassen sich laut Meteorologin allerdings erst Ende der Wochen treffen.

(ham)
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