NRW-Ministerpräsident Laschet (CDU) wehrt sich gegen Kritik an Bildbänden

Wirbel um Bildbände der NRW-Staatskanzlei : Laschet verteidigt Bildbände: „Publikationen der Erinnerung“

Zwei Fotobände der Staatskanzlei, die besonders häufig NRW-Ministerpräsident Armin Laschet im Bild zeigen, rufen die Opposition auf den Plan. Jetzt verteidigt sich der CDU-Politiker.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat einen Bildband verteidigt, in dem er auf 98 Seiten 50mal zu sehen ist. Bei dem Fotobuch anlässlich des NRW-Tages 2018 in Essen und einem weiteren Bildband zum Besuch des Bundespräsidenten handele es sich „um wichtige Publikationen der Erinnerung“, wie es in der bisher unveröffentlichten Antwort Laschets auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion heißt, die unserer Redaktion vorliegt. Viele Ehrenamtliche und Mitwirkende hätten ausdrücklich gewünscht, dass die Begegnungen mit Laschet fotografisch festgehalten würden.

Die Opposition wirft dem Ministerpräsidenten „Personenkult auf Kosten der Steuerzahler“ vor und kritisiert, dass die von der Staatskanzlei herausgegebenen Bände nur wenige Fotos von anderen Beteiligten wie etwa Ehrenamtlern enthalte, aber viele von Laschet. In dem Bildband zum Besuch des Bundespräsidenten sei der Ministerpräsident auf 49 der 79 Fotos zu sehen: „Sieht die Staatskanzlei Ministerpräsident Laschet als so herausragendes Fotomotiv an, dass seine Fotos weit überproportional häufig veröffentlicht werden müssen?“

In der von Laschet unterzeichneten Antwort der Landesregierung heißt es weiter, die Broschüre zum Bundespräsidenten-Besuch habe 2199,08 Euro gekostet, jene zum NRW-Tag 4846,56 Euro. Die veröffentlichte Version der Fotobände sei ausdrücklich freigegeben worden. Offen bleibt, ob von Laschet selbst oder von Staatskanzlei-Chef Nathanael Liminski. Noch unbeantwortet sind zwei ähnliche Anfragen der Opposition: Ob genug Frauen in der Broschüre zum NRW-Tag abgebildet worden seien. Und warum die Landesregierung in ihrer neuen Medienschau hauptsächlich eigene Beiträge in den sozialen Medien veröffentlicht statt Debatten, die auch gegenteilige Meinungen enthielten.

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