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Ausgerechnet zu Karneval: Gefährliche Grippewelle in Deutschland

Ausgerechnet zu Karneval : Gefährliche Grippewelle in Deutschland

Der Ausbruch einer neuen Grippewelle in NRW kommt ausgerechnet zur Karnevalszeit. Der Schweinegrippen-Virus H1N1 ist häufigster Erreger. CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn äußert den Verdacht, dass das Ausmaß der Grippe-Erkrankungen mit mangelnder Impfung zusammenhängen könnte.

Der Ausbruch von Atemwegserkrankungen hat bundesweit mit "stark erhöht" die höchste Warnstufe erreicht, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) anhand der Meldungen aus Arztpraxen ermittelt hat. Ausgerechnet zur Karnevalszeit sind NRW, der Osten und das Saarland besonders betroffen. In 67 Prozent der Anfang Februar von den Ärzten eingesandten Abstriche wurden Grippeviren gefunden; zu Jahresbeginn waren es nur 20 Prozent. Die Zahl der Virennachweise verdreifachte sich binnen 14 Tagen — sie ist jetzt mehr als zehnmal höher als normal.

Unter den Viren, die für Fieber, Husten und Schnupfen sorgen, ist ein alter Bekannter: H1N1 — besser bekannt als "Schweinegrippevirus". Dieses Virus wird mit 46 Prozent derzeit am häufigsten von allen Grippe-Erregern nachgewiesen. Es hatte 2009/10 eine weltweite Pandemie ausgelöst. Die Symptome und Auswirkungen des Erregers stellten sich im Nachhinein weniger schlimm als befürchtet dar.

Die Grippe schlägt in diesem Jahr besonders heftig zu. Im vergangenen Jahrzehnt verzeichneten die Wissenschaftler nur in den Wintern 2004/05, 2006/07 und 2008/09 ein ähnliches Ausmaß an Krankheitsfällen. Nur im Winter 2004/05 waren die Zahlen der nachgewiesenen Infektionen ähnlich früh und ähnlich steil angestiegen wie diesmal. "Wie stark sich die Influenza-Aktivität entwickelt, hängt von zwei Faktoren ab, dem Spitzenwert und der Dauer", sagte eine RKI-Sprecherin.

Auch die geschätzte Zahl der von Grippe ausgelösten Todesfälle schwankt erheblich. Während die Experten davon ausgehen, dass im Winter 2008/09 rund 19 000 vor allem ältere Menschen in Deutschland an den Folgen der Grippe gestorben sind, sollen es zwei Jahre zuvor nur rund 700 gewesen sein.

CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn äußerte den Verdacht, dass das Ausmaß der Grippe-Erkrankungen mit mangelnder Impfung zusammenhängen könnte: "Spannend ist die Frage, ob die Lieferengpässe bei den Grippeimpfstoffen jetzt zu einem außergewöhnlichen Anstieg führen", sagte Spahn.

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(RP/csi/jre)